Interview: Grundschule Hoof feiert 50-Jähriges – Schüler von damals und heute erzählen vom Unterricht

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Drückten in der gleichen Schule die Schulbank: Schülerin Jessica Szolc (10), der ehemalige Schüler Manfred Bollerhey (57) und Schüler Kim Marvin Gutsche (10) im Gespräch über Schule damals und heute.

Schauenburg. Viele Geschichten passieren in 50 Jahren in einem Schulhaus. Aus der Grund- und Hauptschule wurde 1987 eine reine Grundschule. Wie die Schüler tobten, wie sich der Unterricht veränderte und was in all den Jahren gleich geblieben ist, erzählten Jessica Szolc (10) und Kim Marvin Gutsche (10) aus der vierten Klasse sowie der ehemalige Schüler Manfred Bollerhey (57) im Interview.

Wie ist die Schule heute?

Jessica Szolc: Heute kann man sich freuen, in die Schule zu gehen, denn es ist nicht mehr so streng wie früher.

Kim Gutsche: Man kann jetzt auch mal Quatsch machen und wird nicht gleich dafür bestraft.

Und wie war es früher?

Manfred Bollerhey: Da war es nicht so locker. Wir mussten aufstehen, wenn der Lehrer in die Klasse kam, und mussten früher sogar mit dem Direktor morgens ein Lied singen. Wir durften auch auf dem Pausengang nicht laufen und rennen.

Wie sieht die Pause denn jetzt aus?

Kim Gutsche: Wir dürfen rennen und toben. Die Jungs spielen meistens Fußball.

Jessica Szolc: Und die Mädchen spielen manchmal Fangen oder beim Baum unten am Fußballfeld.

Wann begann früher der Unterricht?

Manfred Bollerhey: Ich glaube, um 7.30 Uhr.

Jessica Szolc: Bei uns beginnt er um acht Uhr.

Kim Gutsche: Und wir haben fünf bis sechs Stunden jeden Tag.

Manfred Bollerhey: Bei uns war es auch so, daran hat sich nichts geändert.

Mit welchen Unterrichtsmaterialien arbeitet ihr?

Kim Gutsche: Wir haben Hefte, da schreiben wir zum Beispiel in Mathe die Aufgaben rein. Und wir haben die Bücher. Manchmal arbeitet der Lehrer auch mit einem Beamer.

Jessica Szolc: In der 1. und 2. Klasse waren wir auch manchmal im Computerraum. Filme schauen wir auch ab und zu an.

Manfred Bollerhey: Bei uns waren die Unterrichtsmittel minimaler. Ab und an gab es Filme zu bestimmten Themen. Das war was ganz Besonderes. Sonst hatten wir nur Tafel oder Hausaufgabenheft.

Wie sah der Unterricht damals aus?

Manfred Bollerhey: Die meisten Fächer wurden vom Klassenlehrer unterrichtet. Und es gab Fachlehrer für Chemie oder Physik. Es gab auch noch keinen Englischunterricht wie heute. Die, die in Deutsch gut waren, durften später zum Englischunterricht. Das war ganz komisch geregelt. Und Sport machten 7., 8. und 9. Klasse zusammen, getrennt nach Jungen und Mädchen.

Und was macht ihr heute im Sportunterricht?

Jessica Szolc: Wir haben einen Kasten, da ziehen wir jede Woche einen Zettel draus und da steht ein Spiel drauf, das wir machen.

Kim Gutsche: Zum Beispiel Fußball, Handball, Springseil, Linienhexe oder Hochsprung.

Gab es im Sportunterricht früher auch Besonderheiten?

Manfred Bollerhey: Ein junger Lehrer kam damals an die Schule und brachte die Sportart Handball mit. So was gab es sonst nicht so auf dem Dorf. Aber es war toll. Die ganze Klasse war wie eine Mannschaft und trainierte viel.

Hat sich im Schulhaus viel verändert?

Manfred Bollerhey: Nein, die Räume sind schon gleich, aber die Innenausstattung ist ganz anders. Früher hingen keine Girlanden an der Wand und es gab auch keine Bilder an den Wänden. Jetzt ist es viel bunter und fröhlicher.

Es gibt sicher auch Änderungen im Unterricht. Welche Schrift habt ihr zuerst gelernt?

Jessica Szolc: Zuerst die Grundschrift und dann die Schreibschrift.

Manfred Bollerhey: Wir waren eher Grobmotoriker und hatten nicht das Feingefühl wie die Kinder heute. Wir mussten erst das Schwingen lernen und haben zur Vorübung Wellenlinien malen müssen, bevor wir die Schrift gelernt haben.

Gibt es denn heute noch Streiche, die die Lehrer ärgern?

Jessica Szolc: Nein, den Lehrern spielen wir keine Streiche mehr.

Kim Gutsche: Aber die Jungs ärgern immer die Mädchen.

Jessica Szolc: Ja, das hassen wir, das nervt.

Manfred Bollerhey: Das gab es bei uns auch. Ärgern von Mächen gehörte dazu in dem Alter. Den Lehrern wurde aber schon auch der ein oder andere Streich gespielt. Wenn der Lehrer später kam, war es zum Beispiel sehr laut und unruhig in der Klasse.

Kim Gutsche: Das ist bei uns heute auch so.

Jessica Szolc: Und wie. Das hört man im ganzen Schulhaus.

Manfred Bollerhey (lacht): Wie früher.

Von Jessica Bassing

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