Blitzer in einer Birke in Fuldabrück

Radarfalle hing in einem Baum: Messung rechtens?

Radarfalle am Baum

Fuldabrück. Die Radarkamera, die von Ordnungsamtmitarbeitern in Dittershausen an einer Birke befestigt worden war, sorgt für Diskussionen. Der Kasseler Rechtsanwalt Dr. Bernd Stein, Experte für Verkehrsrecht, sagte auf Anfrage der HNA, er warte darauf, dass sich die ersten Mandanten bei ihm melden.

Er habe eine solche Anbringung einer Radarkamera bundesweit noch nie gesehen. Nach derzeitigem Kenntnisstand könne er aber nicht abschließend beurteilen, ob die Vorgehensweise einer rechtlichen Prüfung standhalte oder nicht.

Der Leiter des Ordnungsamtes Fuldabrück, Oliver Brandenstein, geht davon aus, dass die vorgenommenen Messungen gerichtsfest sind. „Die Messeinheit auf dem Boden ist entscheidend“, erklärte er auf Anfrage der HNA. Die am Baum angebrachte Kamera diene lediglich der Beweissicherung und habe nichts mit der eigentlichen Messung zu tun. Das Radargerät, das die Geschwindigkeitsüberschreitung misst, habe vorschriftsgemäß auf einem Stativ auf dem Boden vor dem Baum gestanden, sagte Brandenstein.

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig teilte auf Anfrage der HNA mit, dass laut Gebrauchsanweisung des verwendeten Radargerätes die Fotoeinrichtung und die zugehörige Blitzeinheit beliebig aufgestellt werden könnten, sofern eine ordnungsgemäße Auswertung der Messfotos möglich sei. Die Verwertbarkeit der Fotos sei vor Beginn der Messung geprüft worden, so Brandenstein.

Mit Widerspruch rechnet der Ordnungsamtleiter dennoch. „Das kommt immer wieder vor. Viele versuchen es eben.“ (nis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.