Fernweg R 4 führt wegen Bauarbeiten über den Dörnberg – Sportverein: Das sind gewaltige Steigungen

Radfahrer klagen über Umleitung

E. Herms-Lübbe

Zierenberg/ Ahnatal. Interessenvertreter der Radfahrer aus der Region sind verärgert. Die Straße zwischen Obermeiser und Zierenberg ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Von der Sperrung ist auch der Radfernweg R 4 betroffen, der teilweise direkt auf der Straße verläuft. Der R 4 ist der längste hessische Radweg und führt von Bad Karlshafen nach Hirschborn im Odenwald. Die Umleitung führt über den Dörnberg und ist relativ steil.

Der aktuelle Umweg wegen der Bauarbeiten sei „eine Zumutung für jeden Radfahrer und den Radtourismus in unserer Region“, teilt Rudi Roy, der Radfahrbeauftragte des Landkreises Kassel, in einer Pressemitteilung mit. Der Dörnberg habe eine Passhöhe von 363 Metern. Die Strecke sei gefährlich. Eine denkbare Alternative wäre es laut Roy, den seit Jahren eingeforderten Radweg neben der B  251 zwischen dem Gasthaus Ahnatal und Habichtswald-Dörnberg auszubauen.

Auch der Radverein RSC Weimar-Ahnatal ist nicht begeistert von der Umleitung. Die Mitglieder weigern sich, den Weg zu benutzen. „Das sind gewaltige Steigungen, die keiner von uns als Trainingsstrecke nutzt, obwohl wir gut trainiert sind und leichte Räder haben“, beschwert sich Elisabeth Herms-Lübbe vom Radverein RSC Weimar-Ahnatal.

Die Landstraße zwischen Obermeiser und Zierenberg wird bis zum Jahresende auf einer Strecke von 4,4 Kilometer für 1,9 Millionen Euro umgebaut. Unter anderem wird die Fahrbahn verbreitert. An den Maßen des Radwegs soll sich allerdings nichts ändern. „Die Straße wird hauptsächlich wegen des Autoverkehrs verbreitert“, sagte Horst Sinemus, Pressesprecher von Hessen Mobil.

Radfahrbeauftragter Roy vom Landkreis kritisiert, dass im Zuge der Bauarbeiten an der Landstraße nicht gleich ein separater Radweg neben der Straßenfahrbahn mit ausgebaut wird. Pressesprecher Horst Sinemus erklärt die Entscheidung von Hessen Mobil so: „Unsere Zählungen haben ergeben, dass zu wenig Radler auf dieser Strecke unterwegs sind, um einen solchen Ausbau zu rechtfertigen.“

Die Streckenführung der Umleitung des R 4 sei mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) abgestimmt, teilte Sinemus mit. Eine bessere Möglichkeit habe man nicht finden können. „Sicherlich ist die Strecke etwas schwieriger zu fahren“, sagte der Pressesprecher, „allerdings ist es ja eine Übergangssituation.“ Archivfotos: nh

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