Studie zu drei Direktverbindungen im Raum Kassel soll bis Ende des Jahres vorliegen

Radschnellwege vom Kreis in die Stadt: Mit dem Rad schneller zur Arbeit

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Wollen neue Routen für Radfahrer: Hartmut Wicke (vorne von links) von der Stadt Baunatal, Kassels Radbeauftragte Anne Grimm, Bernd Dippel vom ADFC, Baunatals Radbeauftragter Ingo Koch und Planer Michael Volpert vom Büro LK Argus. 

Kreis Kassel. Blicken wir mal ein Stück in die Zukunft: Immer mehr Pendler aus dem Umkreis der Stadt Kassel fahren mit dem Rad zur Arbeit. Mit E-Bikes und Muskelkraft rollen sie mit 30 bis 40 km/h auf gut ausgebauten und abends beleuchteten Radschnellwegen zügig in die Stadt oder wieder zurück.

Der Radverkehr wird neben dem Auto und dem Öffentlichen Nahverkehr zu einer festen, gleichberechtigten Größe bei den Pendlerströmen. Manch einer spricht sogar von der Fahrt über „Radautobahnen“.

Dieses Zukunftsmodell wird jetzt für den Raum Kassel unter die Lupe genommen. Unter Federführung des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK) soll das Planungsbüro LK Argus aus Kassel drei Routen für Raddirektverbindungen aus dem Umland in die Großstadt entwickeln. Die Machbarkeitsstudie soll bis Ende des Jahres vorliegen. Untersucht wird eine Gesamtstreckenlänge von 32 Kilometern.

Zunächst gehe es um die drei Verbindungen von Kassel nach Baunatal, Kaufungen und Vellmar, erläuterte ZRK-Geschäftsführer Dirk Stochla jetzt in Baunatal. Auch eine Verlängerung der Kaufunger Strecke bis nach Helsa werde untersucht. Michael Volpert vom Büro LK Argus sucht in den nächsten Wochen nach geeigneten Korridoren für die neuen Raddirektverbindungen. „Das wird ganz schwierig“, sagt Volpert mit Hinweis auf die bestehende Infrastruktur. Um echte Direktverbindungen zu schaffen, „müsste man viel bauen“, sagt er. Um enorme Kosten für die Kommunen zu umgehen, sucht das Planungsbüro deshalb nach Routen im bestehenden Straßennetz. Nicht ganz einfach: Schließlich sollen die Radwege geringe Kurvenradien aufweisen, eine Breite von bis zu vier Metern haben und kurze Wartezeiten an Ampeln ermöglichen.

Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Kassel hat die Notwendigkeit eines gut ausgebauten Radwegenetzes bereits erkannt. Laut Dr. Georg Förster, Leiter des Kasseler Straßenverkehrsamtes, machen die Pendler 40 Prozent des gesamten Verkehrs in der Stadt aus. Der Plan gehe davon aus, dass schon bald zehn bis 15 Prozent davon das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen werden.

Flott unterwegs: In Göttingen gibt es bereits Radschnellwege.  

Bis zu fünf Meter breit

Bisher gibt es noch keine bundeseinheitlichen Richtwerte für die Raddirektverbindungen. Im Rhein-Main-Gebiet sollen diese teilweise bis zu fünf Meter breit werden, sagt Bernd Dippel, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC. In unserer Region gehe er von Breiten von etwa drei Metern aus.

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) nannte als wichtigen Baustein für eine gute Radanbindung an die Stadt Kassel den aktuell laufenden Umbau der Unterführung am Bahnhof Altenbauna. Dort werden die Rampen für Radfahrer mit einem maximalen Gefälle von nur sechs Prozent gebaut.

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