Fehlende 220 Meter zwischen Oberkaufungen und Helsa sollen für 400 000 Euro angelegt werden – CDU dagegen

Radweg: Streit um letztes Stück

Um diese Stelle geht es: Vom Ortsrand von Oberkaufungen soll der Radweg zur Brücke über die Losse unweit des früheren Schwimmbads geführt werden. Foto: Gemeinde Kaufungen / Bearbeitung: HNA

Kaufungen. Knapp zwölf Jahre nach der Eröffnung des Geh- und Radwegs entlang der Kreisstraße zwischen Oberkaufungen und Helsa will Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) die Voraussetzungen für die Schließung einer knapp 220 Meter langen Lücke in der Verbindung schließen.

Konkret geht es um die Strecke zwischen dem Ortsausgang von Oberkaufungen und der Brücke über die Losse in Höhe des früheren Schwimmbads. Weil dieser Abschnitt seinerzeit ausgespart wurde, müssen die Radfahrer die Kreisstraße oder - dies empfiehlt die Gemeinde - den jenseits der Losse verlaufenden, autofreien Dettenbornsweg nutzen.

Alte Pläne aufgegriffen

Es ist nicht der erste Versuch, die Verbindung, die Teil des Herkules-Wartburg-Radwanderwegs ist, komplett zu machen. Bereits 2003, zu Zeiten von Roß-Vorvorgänger Günter Burghardt (SPD), hatte ein Ingenieurbüro Pläne erarbeitet. Das Vorhaben verlief damals allerdings im Sande, weil die Förderung durch das Land ausblieb.

Jetzt greift Bürgermeister Roß die alten Pläne wieder auf. Grund dafür ist laut Roß die Ankündigung der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil, das Projekt nunmehr zu fördern. Mit seiner Initiative stößt der Bürgermeister allerdings auf Widerstand.

Der Knackpunkt sind die Kosten. Rund 400 000 Euro sind nach den alten Berechnungen notwendig, um den Geh- und Radweg anzulegen.

Um mit dem Projekt beginnen zu können, hat Roß in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung einen Nachtragshaushalt über 200 000 Euro eingebracht. Das ist wahrscheinlich die Summe, die die Gemeinde aufbringen muss. Die übrigen 200 000 Euro, davon geht man im Rathaus aus, wird das Land übernehmen. Die Verwaltung schaffe die Möglichkeit, dass das Parlament über das Projekt entscheiden könne, sagte Roß am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Er räumte ein, dass der Gemeindeanteil über Kredit finanziert werden müsste.

Für die Christdemokraten kommt der Vorstoß des SPD-Bürgermeisters zur Unzeit. Angesichts der schwierigen Haushaltslage sei das Verhalten von Roß „nicht nachvollziehbar“, sagte CDU-Fraktionschef Erwin Schmidt. Es könne nicht sein, das einerseits Gebühren erhöht und die musikalische Früherziehung in den Kitas gestrichen werden, und andererseits ein Radweg an einer Stelle verlängert werde, an der „kein dringender Handlungsbedarf“ bestehe. Das letzte Wort darüber, ob der Geh- und Radweg tatsächlich kommt, haben nun die Gemeindevertreter. Sagen Sie Ja, würde wohl bereits 2014 gebaut.

Von Peter Ketteritzsch

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