1,2 Millionen Bücher verkauft: Altenbaunaer blickt auf Autorenkarriere zurück

Viele Rätsel rund um die Bibel: Karl-Hermann Schneider kennt sich als gläubiges Mitglied der Baptisten-Freikirche in religiösen Fragen aus. Foto:  Dilling

Baunatal. Karl-Hermann Schneider liebt Bücher. Das habe er schon als Kind getan, erzählt der 63-Jährige. Damals war er froh, wenn die Oma ihm eines schenkte, denn Taschengeld habe er nicht gekannt, seine Eltern mussten mit wenig Geld auskommen, sagt Schneider. Mittlerweile besitzt er eine Bibliothek mit 7000 Büchern.

Das hat sich längst geändert. Der Wahl-Baunataler und gebürtige Kasseler, der mit seiner zweiten Frau Renate in seinem Eigenheim im Altenbaunaer Dichterviertel lebt, ist stolz auf seine Büchersammlung.

45 Bücher geschrieben

45 davon hat er selbst geschrieben. Diese Sammlung ist die Bilanz einer beispiellosen Autorenkarriere mit einer verkauften Auflage von 1,2 Millionen Büchern, die vor genau 50 Jahren begonnen hat. In einem halben Jahrhundert hat sich Schneider, inzwischen im Tandem mit seiner Frau, den Ruf eines Rätsel- und Quiz-Königs erarbeitet, mehrfach preisgekrönt und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Denn Rätsel, Quizfragen und Spielideen sind das Hauptmetier Schneiders. Auch wenn er früher zwischendurch einmal Krimis, Reportagen, eine Unmenge von Aphorismen und auch schon mal für die Kinderseite der HNA geschrieben hat.

Begonnen hat diese Karriere schon, als Schneider 13 war. Damals verfasste er seine erste Geschichte für ein Konfirmandenblättchen. „Es hat mich einfach gejuckt zu schreiben“, erzählt der Autor. Bildungshungrig sei er damals gewesen, er wollte auf das Gymnasium gehen. Doch seine Eltern hätten bestimmt, er sollte etwas Handfestes lernen. So wurde Schneider Buchbinder, wechselte später als Sachbearbeiter zum Kasseler Finanzamt, wurde wegen einer Erkrankung Frühpensionär.

Das war für den Baunataler nicht gerade ein Unglück. Denn neben seiner jungen Familie, seiner früh verstorbenen ersten Frau und der heute längst erwachsenen Tochter, hatte Schneider in der Freizeit zielstrebig an seiner Autorenkarriere gearbeitet. 1973 – Schneider war gerade mal 25 Jahre alt –brachte ein Schweizer Verlag sein erstes Rätselbuch heraus. Davon seien gleich 18 000 Exemplare verkauft worden, erzählt Schneider.

Schneider, dem seine Frau einen Hang zum Tüfteln nachsagt, hatte mit den Rätseln, Spielen und Kopfnüssen eine Marktnische entdeckt, die er zielstrebig für sich ausbaute. „Ich habe wohl allein 100 000 Kreuzworträtsel in meinem Leben entworfen“, sagt der Schriftsteller.

Was ihn in diesem Metier von Anderen unterscheidet, sind sein religiöses Bekenntnis und die pädagogische Ader. Wer die Rätselbücher des bekennenden Baptisten durcharbeitet, lernt eine Menge über die Weltreligionen. Schneiders Frau Renate, eine Lehrerin, hat dafür gesorgt, dass davon auch Schüler profitieren. Mit ihrem Mann hat sie Quiz- und Rätselbücher für Schulen geschrieben.

Karl-Hermann Schneider denkt noch lange nicht ans Aufhören. Dazu habe noch zu viele Ideen, sagt er. Ein halbes Dutzend fertiger Manuskripte hat er bereits wieder an Verlage geschickt. Vielleicht kommt nächstes Jahr sein 46. Werk heraus.

Von Peter Dilling

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