200 Besucher befassten sich mit der 1000-jährigen Geschichte von Altenbauna

Räuber im Bauna-Tal

Geschichte im Blick: Wilfried Volbers (links) erläutert Prof. Karl Heinemeyer die neue Broschüre über Altenbauna. Foto: Dilling

Baunatal. Das Leben im Bauna-Tal vor 1000 Jahren dürfte wenig beschaulich gewesen sein. Die Bauern mussten Hand- und Spanndienste an ihre Grundherrn zahlen, Abgaben wurden auch noch fällig. Das Rechtssystem war ein reiner Flickenteppich: Was auf einem Gutshof galt, konnte schon ein paar 100 Meter ganz anders geregelt sein. Vor allem aber setzten den Dörflern Raub und Totschlag zu. „Die Texte lassen erkennen, dass die Räuber häufig in Banden organisiert waren“, sagte Prof. Dr. Karl Heinemeyer aus Erfurt in seinem Vortrag „Altenbauna vor 1000 Jahren“ vor geschätzten 200 Zuhörern im Stadtverordnetensaal.

„Mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet“, sagte Wilfried Volbers, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege, zur Eröffnung. Seine Mitstreiter nutzten den Abend um die von dem Verein erarbeitete und von der Stadt Baunatal finanziell unterstützte neue Broschüre zur Geschichte Baunatals kostenlos an die Zuhörer zu verteilen. Das reich bebilderte Werk zeigt in vielen Details den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel des Bauerndorfs über die Jahrhunderte.

Was die Gründungszeit von Altenbauna, das damals als „Bunum“ bezeichnet wurde, betrifft, seien die Quellen allerdings ziemlich mager, räumte Prof. Heinemeyer ein. Sicher ist aufgrund von Urkunden aus dem Staatsarchiv nur, dass Kaiser Heinrich II. sein „Bunum“ - inklusive einer Reihe von Mühlen - am 26. Januar 1015 für eine andere Besitzung im Rahmen eines Ringtauschs hergab.

Fortan gehörte „Bunum“ - für einige Jahrhunderte - zum Kloster Hersfeld. Der Herrscher hatte als oberster Gerichtsherr später dennoch Ärger mit seinen früheren Besitzungen.

Heinrich habe die Klostervögte angewiesen, endlich das Räuber-Unwesen konsequent zu verfolgen und die Schuldigen hart zu bestrafen, beispielsweise zur Abschreckung mit Brandmalen auf beiden Wangen. Speziell zu Altenbauna sei darüber aber nichts Konkretes zu finden.

Die Broschüre des Heimatvereins beschränkt sich im Wesentlichen auf die Zeit bis 1963. Den Rest der Geschichte lieferte Bürgermeister Manfred Schaub dem Publikum. Man solle doch mal am Lärchenweg 1 am Baunsberg den Blick über die Stadt schweifen lassen. Dann erkenne man die Veränderungen der vergangenen 50 Jahre. In dem Haus dort (früher Am Berge 16) wurde Schaub geboren.

Von Peter Dilling

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