Die Winterdienstler starten schon um 3 Uhr zu ihren Touren durch den verschneiten Altkreis

Sie räumen die Straßen frei: Winterdienstler starten schon um 3 Uhr zu ihren Touren

Baunatal. Der Winter kehrt mit Frost und Schnee wieder – und damit auch die großen orangen Räum- und Streufahrzeuge der Straßen- und Autobahnmeistereien. Sie sorgen dafür, dass die Autobahnen rund um die Uhr, die anderen überörtlichen Straßen zwischen 6 und 22 Uhr befahrbar sind.

Wir haben uns bei den Straßenmeistereien umgehört und erklären hier, wie so ein Räum- und Streufahrzeug funktioniert.

In der Gudensberger Straßenmeisterei, die für einen Teil der Autobahn 49 und das Straßennetz im Bauna-Tal zuständig ist, arbeiten im Außendienst 30 Beschäftigte. Ebenso viele sind es in der Autobahnmeisterei Baunatal, die für Abschnitte der Autobahnen 7 und 44 verantwortlich ist. Die Meistereien haben laut Leiter Gerhard Schmermund jeweils 13 Fahrzeuge, vier davon kommen von privaten Unternehmen.

Straßenmeistereien gibt es auch in Wolfhagen, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Espenau.

Hunderte Kilometer Straße

Die Gudensberger Straßenmeisterei betreut 360 Kilometer Autobahn, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen inklusive der Ortsdurchfahrten. Innerhalb der Orte sind die Gemeindebauhöfe für den Winterdienst zuständig. Die Autobahnmeisterei Baunatal betreut 225 Kilometer Straße. Dabei müsse man berücksichtigen, dass natürlich auf den Autobahnen mehrere Fahrspuren zu bearbeiten seien.

Auf den Autobahnen, so erläutert Schmermund, gehe es zunächst darum, einen Fahrstreifen freizuhalten. Später erst seien die Anschlussstellen und die Parkplätze an der Reihe. „An oberster Stelle steht die Verkehrssicherheit.“

Der Chef der Meistereien lobt die Autofahrer: Der Großteil fahre sehr verantwortungsvoll. Es gebe einige wenige, die mit ihrer Fahrweise Unfälle verursachten und dadurch den gesamten Verkehr behinderten.

So sind Räumfahrzeuge ausgestattet

  • Behälter für das Streusalz, fasst bis zu fünf Kubikmeter.
  • Zusätzliche Fahrscheinwerfer, die über das Räumschild leuchten.
  • Jeder Streuwagen ist mit einem Straßenwärter besetzt. Vom Fahrerhaus steuert er auch Räumschild und Streuteller.
  • Leisten aus zwei Lagen hochfestem Stahl und einer Lage Gummi in der Mitte. Die Räumkanten halten etwa 2000 Kilometer. Sind sie verschlissen, werden sie ausgewechselt.
  • Streuteller, verteilt das Salz auf der Straße. Kann bis zu acht Meter weit streuen. Sobald das Fahrzeug hält, zum Beispiel an einer Ampel, wird kein Salz mehr ausgeworfen. Die Menge des Salzes, die ausgeworfen wird, wird je nach Straßentemperatur und Fahrbahnzustand (Schnee/Eis) eingestellt. Minimum sind 5 Gramm pro Quadratmeter
  • Gelbes Rundumkennlicht, um nachfolgende Autos zu warnen.
  • Leitschild, um zu verhindern, dass Schneestaub auf die Windschutzscheibe fliegt. Über das helle Rohr in der Mitte rutscht das Salz zum Streuteller.
  • Durch die schwarzen Schläuche rechts und links wird die Magnesiumchlorid-Lösung zugemischt. 3,50 Meter breiter Räumschild, besteht aus vier Elementen. Kann nach rechts und links gedreht werden. Eine Hydraulik sorgt dafür, dass der Räumschild nicht mit seinem vollen Gewicht auf der Straße aufliegt.
  • Fahne zur Markierung des 3,50 Meter breiten Räumschildes. Sie warnt entgegenkommende Autos und zeigt dem Winterdienstfahrer an, wo der Räumschild endet. Bei schräg gestelltem Schild sieht er das Schild-Ende auf der Beifahrerseite nicht mehr.
  • Leiter, damit der Fahrer auf die Ladefläche steigen kann.

Von Sven Kühling und Ingo Happel-Emrich

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