Kunst in der freien Natur: Stiftung Ars natura hat Lücke im Fernwanderweg geschlossen - Fehr als Sponsor

Rast unter dem Walnussbaum

Walnüsse sind noch keine dran: Heike Klein (Gemeinde Lohfeolden, von links), Dr. Karin Adam (Ars natura), der Sponsor Andreas Fehr, Sandrino Sandinista Sader, Förster Sebastian Keidel, Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel, Evi Schütze (Künstler in der Söhre, IKS), Lohfeldens Vize-Bürgermeister Klaus Steffek und Ernst List (IKS) schauten, ob die Bäume gut angewachsen sind. Foto:  Dilling

SÖHREWALD. „Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen. Und haben sich, eh’ man es denkt, gefunden“, heißt es in einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe.

Ob der berühmte vor fast 180 Jahren gestorbene Dichter und Geheimrat damit recht hatte, können Wanderer in den Wäldern Söhrewalds und Lohfeldens testen: Die Künstler-Stiftung Ars natura hat, was die Kunst angeht, jetzt eine zwölf Kilometer lange Lücke im Fernwanderweg „Wildbahn“ X3 geschlossen.

Inventar der Natur

Kann der Wanderer im drei Kilometer langen Abschnitt von Lohfelden von Menschenhand gefertigte Kunstwerke bewundern, so sind es zwischen Söhrewald und Melsungen Rastplätze, die mit dem Inventar der Natur gestaltet wurden: mit Basaltsteinen und seltenen Baumarten. Die 18 Stationen des Söhrewalder Abschnitts, der am Parkplatz „An der Lache“ an der Landesstraße nach Wollrode beginnt, hat der Lohfeldener Entsorgungsunternehmer Andreas Fehr gesponsert. Das Forstamt Melsungen hat - ganz im Zeichen des Internationalen Jahrs der Wälder - bei der Auswahl und dem Einpflanzen der 70 Bäume geholfen. Darunter sind die Elsbeere, der Baum des Jahres 2011, die Walnuss oder der Ginko-Baum. Die Steine hat die in Söhrewald schürfende Basalt-AG geliefert.

Das Konzept der Rastplätze am Wegesrand, die Baumanordnung in verschiedenen geometrischen Figuren, hat die Initiative Künstler in der Söhre (IKS) gemeinsam mit Ars natura erarbeitet. Schilder und Tafeln sollen noch aufgestellt und im Herbst dieses Jahres soll die offizielle Einweihung des Weges gefeiert werden, kündigte Sandrino Sandinista Sander von Ars natura an. Den Weg hätten früher die Schuster genommen, die mit ihrer Ware nach Kassel unterwegs waren.

Kunstführer geplant

Im Herbst würden Söhrewald und Lohfelden außerdem gemeinsam einen Kunstführer herausgeben, kündigte der künstlerische Leiter der Stiftung Ars natura an.

Der Kunstwanderweg sei eine gute Gelegenheit, sich bei der Tourismusförderung gegenseitig zu unterstützen, meinte Lohfeldens Vize-Bürgermeister Klaus Steffek (SPD) bei der Begehung des Wegeabschnitts.

Bänke als Kunstobjekte

Die Bänke fehlen noch. Sie sollen als künstlerisch gestaltete Objekte im nächsten Jahr aufgestellt werden. Man hoffe, dafür Zuschüsse von 60 Prozent vom Land Hessen zu erhalten, sagte Sander. Der Rest der Kosten müsse durch Spenden aufgebracht werden.

Grundriss wird sichtbar

Auch die Gemeinde Söhrewald ist an dem Weg aktiv beteiligt. Im Bereich der früheren Wüstung Stellberg soll ein alter Kirchengrundriss wieder sichtbar gemacht werden, kündigte Bürgermeister Michael Steisel (SPD) an, der selbst ausgebildeter Wanderführer ist.

Dort wurde auch eine Sommerlinde gepflanzt, eine Trockenbau-Mauer soll noch errichtet werden. (pdi)

Von Peter Dilling

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