Rathäuser langen kräftig zu

18 von 29 Landkreis-Kommunen haben dieses Jahr Steuern erhöht

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Ursache und Wirkung: In Niestetal hat der durch die Krise des Solartechnikherstellers SMA ausgelöste Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen zu spürbaren Steuererhöhungen geführt. Neben der Gewerbe- wurde die Grundsteuer angehoben.

Kreis Kassel. Die meisten Kommunen im Landkreis Kassel haben im vergangenen Jahr an der Steuerschraube gedreht: In 18 von 29 Städten und Gemeinden, also in zwei Dritteln der Kommunen, wurde im laufenden Jahr mindestens eine Steuerart erhöht.

Dies geht aus einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler Hessen hervor. Die Organisation hat die Steuerbelastung bis ins Detail unter die Lupe genommen: Untersucht wurden die Höhe der Gewerbesteuer, der Grundsteuer A (landwirtschaftlich genutzte Grundstücke) und B (bebaute Grundstücke), der Spielapparate-, Vergnügungs- und der Zweitwohnungssteuer.

Die Frage in den Rathäusern nach einer Betten- und einer Pferdesteuer führte zu einem eindeutigen Ergebnis: Diese Steuerarten werden (noch) in keiner der 29 Kommunen erhoben. Unter den Kommunen im Altkreis Kassel ragen gleich drei negativ heraus: In Helsa, das den Finanz-Schutzschirm des Landes Hessen in Anspruch nimmt, steigen Gewerbe-, Grund- und Hundesteuer, gleiches gilt für Kaufungen, das sich im Sommer 2012 ein Sparprogramm verordnet hatte.

In Niestetal schlägt die durch die wirtschaftliche Krise des Solartechnikherstellers SMA ausgelöste Finanzkrise voll durch. Auch dort wurden die Gewerbe- und die Grundsteuer erhöht. Kräftig zugelangt wurde auch in den Schutzschirm-Kommunen Bad Karlshafen und Trendelburg, wo diese beiden Steuerarten ebenfalls spürbar angehoben wurden.

In elf Kommunen blieb bei den Steuern alles beim Alten: Dort blieben die Steuersätze unangetastet: Es sind dies Baunatal, Espenau, Fuldatal, Habichtswald, Liebenau, Lohfelden, Naumburg, Oberweser, Reinhardshagen, Söhrewald und Wolfhagen. Bemerkenswert an der Untersuchung des Steuerzahlerbunds: In keiner der 29 Kommunen wurden in diesen Jahr die Steuern gesenkt.

Bei der Gewerbesteuer langen Fuldabrück und die Stadt Bad Karlshafen am stärksten zu. In beiden Kommunen beträgt der Hebesatz 410 Prozent. Am wenigsten werden Unternehmen in Liebenau belastet (320 Prozent). Fünf Kommunen kassieren eine Steuer auf Zweitwohnungen. Neu eingeführt wurde diese in Ahnatal, Fuldabrück und Grebenstein. Wer dort eine Zweitwohnung unterhält, muss zehn Prozent der Jahreskaltmiete abführen.

Weitere Informationen im Internet auf: www.steuerzahler-hessen.de

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