Ziel: Effizientere Verwaltung

Fuldatals Bürgermeister Schreiber ist 100 Tage im Amt

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Intensiver Kontakt: Reden, zuhören, Informationen sammeln - das sieht Karsten Schreiber (links) zurzeit als seine vordringliche Aufgabe an. Hier bei Arbeitsbeginn steht er im Bauhof mit (von links) Vorarbeiter Volker Schibbe, Kfz-Meister Volker Ludloff und Mitarbeiter Horst Eckel.

Fuldatal. Karsten Schreiber ist Realist. 100 Tage ist er am heutigen Mittwoch im Amt des Fuldataler Bürgermeisters und er weiß, dass er in dieser kurzen Zeit „noch keine großen Akzente setzen kann“.

Es gilt, sich erst einmal einzuarbeiten, sich mit den Strukturen vertraut zu machen. „Zurzeit bin ich Aktenfresser und Erbsenzähler“, sagt der CDU-Mann in seinem Büro und schmunzelt.

Schreiber sucht das Gespräch mit den Mitarbeitern, um sich ein Bild von seinem Umfeld zu machen. „Am wichtigsten ist jetzt erst einmal, das Reden und Zuhören.“ Denn sozusagen hinter den Kulissen hat der neue Bürgermeister ein Projekt gestartet, um ein solides Fundament für seine Politik zu schaffen: den Umbau der Verwaltung.

Mehr Effizienz, flachere Hierarchien, kleinere Organisationseinheiten, das ist sein Ziel. Daher will er die bestehenden drei Ämter - wie zum Beispiel das Hauptamt - abschaffen und durch fünf Fachbereiche, darunter Finanzen, Ordnung, Hoch- und Tiefbau, ersetzen. „Wir haben zu viel Verwaltung und zu wenig technisches Know-how“, sagt er.

Denn neben dem Aufbrechen verkrusteter Strukturen hat Schreiber noch mit vielen Altlasten zu kämpfen: „Bevor wir neue Projekte starten, müssen wir Dinge erst einmal zu Ende bringen, wir haben zu viele Baustellen.“ So lägen für seit Jahren abgeschlossene Straßen- und Kanalbauprojekte immer noch keine Endabrechnungen vor; so seien Vorgaben, wie zum Beispiel der aus Brandschutzgründen festgelegte Abriss der Baracke neben der neuen Seniorenresidenz am Rathaus, schlicht ignoriert worden; so lägen 24 Berichtsanträge der Gemeindevertreter an die Verwaltung - damit wollen sich die Fraktionen über bestimmte Projekte informieren lassen - seit Langem auf Halde. Und nur ein oder zwei stammen aus diesem Jahr, moniert der Bürgermeister.

Um ein gutes Klima im Parlament zu schaffen, hat Schreiber daher die interfraktionellen Gespräche eingeführt, am Montagabend war das zweite Treffen.

Dass dies alles für die 138 Beschäftigten im Rathaus erst einmal mehr Arbeit bedeutet, ist dem neuen Chef, der zurzeit selbst einen Zwölf- bis 14-Stunden-Tag hinlegt, durchaus bewusst: „Im Moment hat die Verwaltung mehr Aufgaben, als sie bewältigen kann.“

Denn auch auf aktuelle Trends muss reagiert werden. Da sind zum Beispiel „die explosionsartige Entwicklung“ auf dem Grundstücksmarkt und die Abwicklung der Verkäufe. Im Baugebiet Hasenstock sind laut Schreiber inzwischen von den rund 120 Bauplätzen nur noch drei übrig.

Sanierung der Finanzen

Bis 2016 will der Bürgermeister darüber hinaus auch die Sanierung der Finanzen vorangetrieben haben: „Dann wollen wir so aufgestellt sein, dass wir nur so viel ausgeben, wie wir einnehmen und an den Schuldenabbau denken können.“

Geht mit der Umstrukturierung alles glatt, sieht für Karsten Schreiber der Idealzustand einer funktionierenden Verwaltung überspitzt formuliert so aus: „Sich selbst als Bürgermeister überflüssig zu machen.“

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