Reuter hält „klare Position“ für verfrüht

Lohfelden: Rathauschef schweigt zu Tram

+
Bald Realität? In Lohfelden wird darüber diskutiert, ob die Straßenbahntrasse vom Lindenberg in Kassel bis zum Rathaus der Söhregemeinde verlängert wird.

Lohfelden. In der Diskussion über eine Verlängerung der Straßenbahnverbindung von Kassel nach Lohfelden will sich Bürgermeister Michael Reuter (SPD) nicht festlegen. „Eine klare Position wäre jetzt verfrüht“, erklärte der Rathauschef am Dienstag auf HNA-Anfrage.

Über die Inhalte der nichtöffentlichen Sitzung vom Montagabend sagte der Bürgermeister lediglich, das Gutachten sei vorgestellt worden sei und offene Fragen bis zur nächsten vertraulichen Runde geklärt werden sollen.

Offener ist man bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG): „Wenn die Voraussetzungen für den Straßenbahn-Anschluss stimmen, machen wir das“, sagte Unternehmenssprecherin Heidi Hamdad. Sie ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die Verwirklichung der Tramverbindung von Kassel Lohfelden im Prinzip zuvorderst eine Angelegenheit der Gemeinde und ihrer Bürger sei.

Eine Straßenbahn habe unschätzbare Vorteile, „man denke allein an den Umweltschutz“, sagte die KVG-Pressesprecherin. Um konkret an das 28-Millionen-Projekt herangehen zu können, so Hamdad gegenüber der HNA, müsse geklärt werden, ob die Zuschüsse zur Verfügung stehen und eine Kosten-Nutzen-Analyse den Bau der Trasse sinnvoll erscheinen lasse. Außer seien die Fahrgastzahlen zu überprüfen, so Hamdad.

Bei den Fraktionen im Gemeindeparlament gibt man sich eher wortkarg. Es gebe zu der Studie keine Statements, das habe man sich Montag auf die Fahnen geschrieben, sagte Paula Götze (CDU).

An die Absprache der Fraktionen hält sich aber offensichtlich nur die SPD, die für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war.

Michael Reuter

Auch Birgit Kaiser-Wirz ist zurückhaltend: „Wir positionieren uns erst, wenn das überarbeitete Gutachten vorliegt“, teilte die CDU-Fraktionschefin mit.

Die kleineren Fraktionen sind da ein wenig gesprächiger: „Wir sind ganz klar für die Straßenbahn“, sagte Miriam Würth-Kreveljak für die Grünen. Ihre Fraktion habe den Klimaschutz, die älter werdenden Menschen und die Einbeziehung der Bürger im Blick, sagte die Sprecherin.

Die U2L ist gegen die Straßenbahn nach Lohfelden: Es habe niemand in den letzten 14 Jahren darunter gelitten, dass es keine Straßenbahn gebe, sagte Fraktionssprecher Jürgen Kirchner.

Die Planungsgruppe Nord (Kassel) war in einer Studie für die Gemeinde Lohfelden zu dem Ergebnis gekommen, dass der Anschluss der Ortsteile Crumbach und Ochshausen 276.000 Fahrgäste pro Jahr zusätzlich von der Straße auf die Schiene bringen würde. Die Experten hatten eine Verlängerung der KVG-Linie 8 von Kassel-Lindenberg nach Lohfelden auf der alten Söhrebahntrasse empfohlen. In der Gemeinde soll der Schienenverkehr anders als früher geplant auch durch die Hauptstraße und die Söhrestraße führen. Der Ortsteil Vollmarshausen bei dieser Variante außen vor. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.