Ratio-Land: Endspurt für drei weitere Märkte

Beruflich eine Art Nomade: Der Schwabe Joachim Jörger verantwortet seit Sommer 2010 als Bauleiter die Entstehung des Ratio-Landes. Den nächsten Auftrag hat der Freiberufler aus Stuttgart schon im Blick. Fotos: Jünemann

Baunatal. Ein Bau- und Gartencenter sowie der Saturn-Elektronikmarkt müssen bis Sommer noch fertig werden, dann sind mehr als 55 Millionen Euro in das neue Einkaufszentrum Ratio-Land in Hertingshausen verbaut.

Die Ladengalerie als Herzstück hatte Mitte März eröffnet. Diplom-Ingenieur Joachim Jörger, eine Art Weltenbummler in seinem Metier, koordiniert das mehrjährige Großprojekt. Für ihn allerdings war es „eines von den kleineren“. Er schätzt, dass bei allen seinen Einsätzen eine Milliarde Euro verbaut wurde. „Bisher immer mit Erfolg“, betont Jörger.

Der 62-jährige Schwabe, freiberuflich tätig, hat als Bauleiter bereits viel größere Vorhaben in mehreren Ländern gestemmt. 150 Millionen Euro kostete die neue Messe in Karlsruhe, 120 Millionen waren Jörgers Anteil an der rumänischen Kulturstadt Iasi.

Zur Person

Joachim Jörger (62), gebürtiger Württemberger, lebt mit seiner Lebensgefährtin in Stuttgart. Jörger absolvierte eine Maurerlehre und schloss ein Architekturstudium ab. Er spezialisierte sich bald auf Bauleitung und wird von Firmen für einzelne Bauprojekte angeheuert. Außerdem hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule in Biberach an der Riß (Baden-Württemberg). Wenn es die Zeit zulässt, spielt Jörger mit seiner Partnerin gern Golf. (ing)

Ein Hotel in Palma de Mallorca sowie Industrie-, Wohn- und Verwaltungsbauten stehen auf einer imaginären Liste. Kein Wunder, dass Jörger fünf Fremdsprachen spricht – Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Rumänisch. Voraussichtlich bis Ende Juli bleibt er in Baunatal, gönnt sich dann einen Monat Pause und startet ins nächste Projekt, will aber dessen Charakter noch nicht verraten. Auf jeden Fall ist wieder Maas und Partner der Auftraggeber – das selbe Münsteraner Büro, das im Auftrag der Ratio Grundstücks GmbH & Co. auch das Ratio-Land plante und nun den Bau begleitet. In Hertingshausen leitet Jörger nicht das operative Geschäft, also das Baugeschehen selbst. Er sei vielmehr „die Schnittstelle“ zwischen der Arge MBN/Telos, der Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen, und den Planern.

Endspurt für drei weitere Märkte

Als Nächstes wird die Stahlkonstruktion für den geplanten Gartenmarkt aufgestellt. Außerdem stehen schon Pfeiler für den zweiten Teil der Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des neuen Einkaufszentrums Ratio-Land, unter der ebenfalls Parkplätze angelegt werden. Das steht nun auf dem Arbeitsplan von Bauleiter Joachim Jörger und den Baufirmen.

Für diesen dritten Abschnitt des Ratio-Landes in Hertingshausen ist der Betonrohbau erledigt. Ende Mai, so das Ziel, sollen der Bau- und Gartenmarkt mit 3500 Quadratmetern Fläche sowie der Trakt für den Elektronikmarkt mit 4000 Quadratmetern auf zwei Etagen an die Betreiber Edeka und Saturn übergeben werden. Die wollen im Laufe des Sommers eröffnen.

Auf dem Areal des Gartenmarktes wurden Fundamente für die vier Meter hohen Stahlstützen gegossen. Sie werden fünf Satteldächer tragen, rundherum wird der Markt verglast. Zur alten Halle von Karl + Co. hin wurde eine Stützmauer errichtet, daran läuft die Nordstraße entlang, über die Lieferanten auf das Gelände des Ratio-Landes fahren. Am Endpunkt sind eine Wendeschleife und vier Parkplätze für Pkw geplant.

Saturn zieht in das ehemalige Ratio-Provisorium, in dem man während der Bauzeit einkaufen konnte. An Treppenhaus und Aufzug des zweigeschossigen Traktes prangen noch alte Beschriftungen aus jener Übergangsphase, die natürlich verschwinden werden.

Weitere Aufgaben bis zum endgültigen Aussehen des Ratio-Landes sind: Die Parkflächen unten wurden bereits Bäume gepflanzt  müssen fertiggestellt werden, Brachflächen und Kreisel werden eingesät, der Gehweg an der Fuldastraße ist noch nicht fertig.

Den Kreisel mit Überfahrspuren für Tieflader und Autokräne hat die Ratio Grundstücks GmbH & Co. aufgrund eines Vertrags mit dem Zweckverband Baunatal-Edermünde gebaut. Ratio zahlt, erhält aber einen Zuschuss von 225.000 Euro. (ing)

Funken stieben: Mario Blödorn aus Thüringen schneidet Teile von Lüftungsrohren im künftigen Saturn-Elektronikmarkt zu.

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