Kirchengemeinde investiert 370.000 Euro in Erweiterung

+
Freut sich auf das neue Raumangebot: Pfarrer Peter Göb.

Vellmar. Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgangen sein. Auf dem Gelände der Heilig-Geist-Gemeinde tut sich etwas: Bäume und Sträucher wurden gefällt, ein Teil der Hecke entfernt, und die Büsche vor der Fensterfront des Gemeindezentrums geschnitten.

Grund für die Aktivitäten ist der geplante Erweiterungsbau, der angrenzend ans Gemeindezentrum entstehen soll. Investitionskosten: 370.000 Euro.

„Wir möchten unser Angebot erweitern und uns nach außen öffnen“, sagt Pfarrer Peter Göb und weist auf den rund 40 Quadratmeter großen Raum hin, der demnächst das gemeindliche Angebot als Raum der Hoffnung bereichern soll. Mit einer Höhe von fünf Metern wird der Anbau von Weitem gut sichtbar sein. „Wir möchten ein Signal setzen und zeigen, dass wir uns in wandelnden Zeiten nicht zurückziehen, sondern die Menschen einladen, uns näher kennenzulernen.“

Der neue sakrale Raum biete viele Möglichkeiten für Ruhe, Gebet, Gedanken, Musik, Meditation und Gespräche. „Er lädt ein, Neues zu entdecken, er ist veränderbar, und dennoch hat er seine Maßstäbe. Es entsteht ein Kirchenraum, der nicht verschlossen ist. Bedürfnisse nach Geborgenheit, nach Gottes Nähe brauchen geöffnete Räume, brauchen Freiräume“, so Göb.

Alle Interessierten seien eingeladen, diesen Raum zu nutzen. Ob für sich persönlich, für ein Gruppen-Angebot, bei aktuellen persönlichen Anlässen oder in geprägten Zeiten wie Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern - der Raum der Hoffnung bietet dafür Platz.

Die 370.000 Euro umfassende Baumaßnahme wird zu 60 Prozent vom Bistum Fulda finanziert. Das Bonifatius-Werk Paderborn bezuschusst die Maßnahme mit zehn Prozent. Die verbleibende Summe muss von der Kirchengemeinde geschultert werden.

Neben der Außenfassade wurde auch die Gestaltung des Innenraums mit dem Kasseler Architekten-Team Jürgen Schuh erarbeitet. Das Innenraumkonzept nimmt die Gedanken auf, die der sakrale Raum als solches ausdrücken möchte. „Er soll einladend sein, der Zeit angepasst und neugierig machen. Dabei darf er irritierend wirken, jedoch immer auch herausfordernd, sich mit den Fragen des Lebens und Glaubens zu beschäftigen“, sagt Pfarrer Göb. Der erste Spatenstich zum neuen Raum der Hoffnung findet am heutigen Samstag um 19.30 Uhr statt.

Info: Es wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Raum der Hoffnung, Kirchenbaugemeinschaft Heilig Geist, Konto 28 08 60 08, Kasseler Bank 520 900 00.

Im Innern Holzstäbe und Lichtnischen

Der Erweiterungsbau weist eine besondere Innenraumgestaltung auf. Wesentliche Elemente sind Holzstäbe, Lichtnischen und Lichtoptionen. Im Raum werden etwa 400 Holzstäbe, jeweils drei Meter lang, umlaufend vor der Wand montiert. Durch ihre Höhe nehmen sie die Aufteilung des Raumes auf. Sie sind flexibel und leicht veränderbar. Jeder Besucher kann so den Raum gestalten. Vor den sechs Fenstern sind die Stäbe teilweise durchsichtig oder farbig.

Warum Stäbe? Göb gibt die Antwort: „Das Motiv des Stabes kommt in der Bibel oft vor. Jeder Stab steht für uns Menschen. Sowohl einzeln als auch für die Gemeinschaft. Die Stäbe reichen nicht bis an die Decke, also nicht bis in den Himmel. Der Mensch ist in vielerlei Hinsicht begrenzt. Seine Lebenszeit, sein Tun, sein Erkennen, sein Wollen, sein Können. Schließlich ist jeder Stab auch Anfrage an den Besucher, welche Maßstäbe er in seinem Leben hat.“

In den Lichtnischen können Kerzen aufgestellt werden. Neben diesem natürlichen Licht ist die Beleuchtung des Raumes dank moderner Technik in vielen Farben möglich. Farben können Stimmungen ausdrücken und zum Stimmungswechsel führen. (zms)

Von Martina Sommerlade

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.