Im Rausch der Siebziger leben

Kunstwerke und Möbel der Siebzigerjahre: Klaus und Gerda Stawinski haben ihre Wohnung zur Galerie gemacht. Foto: De Filippo

Niestetal. In der Wohnung von Klaus und Gerda Stawinski scheint die Zeit in den Siebzigerjahren stehen geblieben zu sein.

Kugel-Lampen in grellem Orange und Kork-Tapete im Wohnzimmer, grüne Fliesen im Bad.

Schon allein wegen der nostalgischen Einrichtung wäre ein Besuch bei dem Paar ein Erlebnis. Doch die Wohnung in Niestetal bietet noch mehr: Sie ist eine private Galerie für Klaus Stawinskis Kunst.

Eigenständige Technik

„Digitale Malerei“ nennt der 73-Jährige seine Werke, die sich beim ersten Betrachten nicht so recht in eine künstlerische Gattung einordnen lassen. Und tatsächlich scheint Stawinski eine ganz eigenständige Technik entwickelt zu haben.

Er bearbeitet Fotoaufnahmen, bis sie zu surrealen Bildern mit ungewöhnlicher Farbigkeit werden. Doch nicht etwa am Computer: „Ich nutze dafür lediglich die Bearbeitungsmöglichkeiten meiner digitalen Kamera“, erklärt er.

So werden aus Kasseler Stadtansichten, der Nachbarskatze oder Pflanzen seltsame Parallelwelten. Manchmal - zum Beispiel beim Bronzebaum von Giuseppe Penone in der Karlsaue - kann man das Motiv noch erahnen. Bei anderen Arbeiten rätseln die Betrachter oft lange und kommen doch nicht darauf, was Klaus Stawinski da mit seiner Kamera festgehalten hat.

Schon mehrere Ausstellungen

Seine ungewöhnlichen Werke hat der Künstler, der seine Leidenschaft erst vor wenigen Jahren für sich entdeckte, schon bei mehreren Ausstellungen in Kassel präsentiert. „Das war immer sehr aufwändig“, sagt Stawinski. Und da es ihm vor allem um den Kontakt mit den Betrachtern seiner Bilder geht, entschied er sich, seine eigenen vier Wände zur Galerie zu machen. Nach telefonischer Anmeldung ist jeder willkommen.

„Wir freuen uns über kunstinterssierte Besucher, mit denen wir uns über das Gesehene unterhalten können.“

Zurzeit schmücken 48 Bilder die Wände der Stawinskis: im Wohnzimmer, im Flur, ja sogar im Schlafzimmer. Und die Kunstwerke fügen sich - auch dank farbenfroher Passepartouts - hervorragend ins Siebzigerjahre-Ambiente ein. „Wir freuen uns über kunstinteressierte Besucher, mit denen wir uns über das Gesehene unterhalten können“, sagt Klaus Stawinski.

Kontakt: Tel. 0561/522681 oder 0173/2117172

Von Pamela de Flippo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.