Gemeindebrandinspektor Michael West hinterlässt eine gut zusammengewachsene Ahnataler Feuerwehr

„Es redet keiner mehr von Ortsteilen“

Michael West, hier vor dem zentralen Feuerwehrhaus, gibt nach zehn Jahren den Posten des Gemeindebrandinspektors auf. Foto:  Schilling

Ahnatal. Vor 15 Jahren schien es noch eine Utopie: Weimar und Heckershausen zu einer gemeinsamen Feuerwehr zusammenzulegen. „Das schaffst du nie“, sagte damals ein leitender Feuerwehrmann der Kasseler Berufsfeuerwehr zu Michael West.

Der hatte in Ahnatal gerade den Posten des stellvertretenden Gemeindebrandinspektors übernommen und hielt an seiner Idee fest – mit Erfolg. „Heute redet hier keiner mehr von Ortsteilen“, erklärt West.

Der 52-Jährige war zehn Jahre lang für die Einsatzbereitschaft der Ahnataler Feuerwehr verantwortlich. Nun trat er aus persönlichen Gründen vom Posten des Gemeindebrandinspektors zurück. In seiner Amtszeit wurde aus zwei Ahnataler Feuerwehren eine.

Gemeinsam mit der Brandschutzkommission erstellte West von 2003 bis 2005 den Bedarfsentwicklungsplan der Gemeinde, in dem aufgelistet wurde, was für den Brandschutz in Ahnatal notwendig ist. In der Folge wurden unter anderem fünf neue Fahrzeuge gekauft und das zentrale Feuerwehrhaus gebaut. Über tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat West in dieser Zeit pro Jahr geleistet. Der Neubau des Feuerwehrhauses war dabei eine große Aufgabe.

Im Mai 2011 war das Haus bezugsfertig. Zu dem Zeitpunkt waren die Feuerwehren beider Ortsteile schon zusammengewachsen und erledigten fast alle Dienste gemeinsam. „Meine Wehr und deine Wehr gibt es hier nicht. Ich bin stolz auf meine Kameraden, dass sie das so schnell hinbekommen haben“, lobt West die gute Zusammenarbeit, die 1998 mit einem gemeinsamen Übungsabend pro Monat begann. Die Zusammenlegung von Ortsteil-Feuerwehren wird laut West auch auf andere Gemeinden zukommen. Als Gründe nennt er unter anderem den demographischen Wandel und veränderte Arbeitsbedingungen, die ehrenamtliches Engagement erschweren.

Die wichtigste Aufgabe der Zukunft sei darum, Menschen für die Mitarbeit in der Feuerwehr zu gewinnen und langfristig einzubinden. „Das kameradschaftliche Miteinander in der Feuerwehr ist wirklich außergewöhnlich. Alle ziehen an einem Strang“, sagt er.

Michael West bleibt auf jeden Fall aktiv dabei. Künftig will er sich verstärkt der Ausbildung widmen - und hofft auf etwas mehr freie Zeit, auch für die Familie.

Von Meike Schilling

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