Neu in Söhrewald: Abwassergebühr richtet sich auch nach der Niederschlagsmenge

Regenwasser wird erfasst

Kontrolle: Über die Kanalisation gelangt das Schmutz- und Niederschlagswasser von den Grundstücken in das Klärwerk Mülmischtal. Auf dem Bild nimmt Klärwärter Thomas Zufall eine Schlammprobe aus dem Belebungsbecken der am Ortsrand von Eiterhagen gelegenen Kläranlage. Foto: Wohlgehagen

Söhrewald. Die Gemeinde Söhrewald rückt bei der Erhebung der Abwassergebühren vom einheitlichen Frischwassermaßstab ab und bezieht künftig auch das Regenwasser in die Berechnung ein.

Dies erfordere die Rechtslage, sagt Bürgermeister Michael Steisel (SPD) zur Begründung, die Berechnung der Abwassergebühren nach dem Frischwasserverbrauch sei nicht mehr zulässig.

Die aufgesplittete Gebühr soll im kommenden Jahr eingeführt werden. Die Gesamtkosten für die Einwohner werden dadurch leicht steigen, denn zu den bisherigen Kosten der Abwasserentsorgung von 400 000 Euro kommen rund 60 000 Euro für den zusätzlichen Ingenieurs- und Verwaltungsaufwand hinzu.

Bisher kostet der Kubikmeter Abwasser in Söhrewald 3,88 Euro. Durch die Splittung werden die Kosten in einen Schmutzwasser- und einen Regenwasseranteil getrennt. Wie hoch die Gebühren für die beiden Bereiche liegen werden, steht noch nicht fest.

„Zahlen muss man für die Regenwassereinleitung nur, wenn ein Anschluss an das Abwassernetz besteht oder das Regenwasser vom Grundstück über einen Gehweg indirekt in das Netz der Gemeinde fließt.“

kommunalberater thomas becker

Die Vorbereitungen für das neue Abrechnungssystem sind bereits weit gediehen. So wurden alle bebauten und befestigten Grundstücke in der Gemeinde aus der Luft fotografiert. Nun sollen die Abgabepflichtigen Auskunft darüber geben, wie ihre Grundstücke befestigt sind. Denn das ist entscheidend dafür, wie viel Niederschlagswasser von ihren Grundstücken in die Kanalisation gelangt.

Sobald der Grad der Wasserdurchlässigkeit und damit die anrechenbare Fläche für jedes Grundstück feststeht, kann der gesplittete Preis für die Schmutz- und die Niederschlagswassereinleitung ermittelt werden.

Über die Änderung der Entwässerungssatzung berät das Gemeindeparlament in seiner Sitzung am Mittwoch, 24. August (20 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Eiterhagen).

Ausschlaggebend für die Ermittlung der auf das Niederschlagswasser entfallenden Gebühr ist die Beschaffenheit der Dächer und der befestigten Flächen. Geld sparen werden künftig umweltbewusste Bürger, die Häuser mit Gründächern gebaut haben oder ihre Grundstücke mit wassergebundenen Decken oder Rasengittersteinen befestigt haben. Stärker belastet werden hingegen Einwohner mit ausladenden Dächern oder großen versiegelten Flächen.

Bei Eigennutzung kostenlos

„Zahlen muss man für die Regenwassereinleitung nur, wenn ein Anschluss an das Abwassernetz besteht oder das Regenwasser vom Grundstück über einen Gehweg indirekt in das Netz der Gemeinde fließt“, sagt Kommunalberater Thomas Becker, der die Neuregelung im Auftrag der Gemeinde begleitet.

Wer Wasser in einer Zisterne sammelt und es für die Bewässerung des Gartens oder als Brauchwasser weiterverwendet, erhalte für die ermittelten Mengen eine Gutschrift auf die Abwassergebühr, sagt Becker.

HINTERGRUND

INFORMATION

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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