Eigene Sparten für Netz und Vertrieb geschaffen

Regionalversorger Eon Mitte wird zur EAM umgebaut: 43 neue Stellen geschaffen

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Eon Mitte wird zu EAM: In vollem Gang ist der Umbau des Energieversorgers Eon Mitte zur EAM. Im Bild die Zentrale in der Monteverdistraße in Kassel. Alle 1200 Mitarbeiter wurden von der EAM übernommen, daneben sind bereits 43 neue Stellen geschaffen worden.

Kreis Kassel. Nach der Übernahme von Eon Mitte durch zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen im vergangenen Dezember ist der Umbau des Energieversorgers zur neuen EAM in vollem Gang.

So sind in den vergangenen Wochen bereits 43 neue Stellen bei der EAM geschaffen worden: Für den IT-Bereich wurden zwölf Mitarbeiter eingestellt, sechs zusätzliche Stellen sollen in Kürze folgen. Im Messstellenmanagement und der Abrechnung wurden 14 Mitarbeiter eingestellt, elf weitere Stellen sollen hier demnächst besetzt werden.

Die EAM hatte alle 1200 Mitarbeiter von Eon Mitte übernommen. Auch in der Unternehmensleitung setzt man auf personelle Konstanz: So wurden die bisherigen Eon-Mitte-Geschäftsführer Georg von Meibom und Thomas Weber zu Geschäftsführern der neuen EAM GmbH & Co KG bestellt.

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„Beide genießen großes Vertrauen der kommunalen Eigentümer, da sie das Unternehmen in der Vergangenheit gut geführt und vorangebracht haben“, sagte Robert Fischbach (CDU), Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf, als EAM-Aufsichtsratsvorsitzender zur HNA.

Ab dem Sommer will der Energieversorger wieder unter dem traditionsreichen Namen EAM auftreten. Die Bezeichnung steht dann nicht mehr wie früher für Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland, sondern für Energie aus der Mitte. Zurzeit werde das künftige Erscheinungsbild der neuen EAM entwickelt, so Fischbach.

Ebenfalls im Sommer soll die neu gegründete EAM-Vertriebssparte für Strom und Gas ihren Betrieb aufnehmen. Eon Mitte hatte seinen Vertrieb nicht an die Kommunalen verkauft, sondern in den Eon-Konzern eingegliedert.

Neben dem Vertrieb wird auch für die Netzsparte der EAM eine eigenständige GmbH gegründet. Hintergrund ist das Wettbewerbsrecht, das eine Trennung von Netzgeschäft und Wettbewerbsbereich (Erzeugung und Vertrieb) vorschreibt.

Derzeit nehme die EAM noch verschiedene Leistungen des Eon-Konzerns in Anspruch, etwa im IT-Bereich. In den kommenden beiden Jahren wolle man sich jedoch vollständig aus dem Konzern lösen, sagte Fischbach.

Die EAM will eng mit Unternehmen aus der Region zusammenarbeiten. Erklärtes Ziel sei, möglichst viel der Wertschöpfung hier zu halten, so Fischbach.

Hintergrund: EAM-Konzern, Aufsichtsrat und Konsortialausschuss

Die EAM GmbH & Co KG ist die neue Muttergesellschaft des EAM-Konzerns. Eigentümer sind zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen, sie halten 100 Prozent der Gesellschaft. Geplant ist, dass sich ab der zweiten Jahreshälfte auch Kommunen beteiligen können. Bis zu 49,9 Prozent der Anteile sollen weitergegeben werden. 136 Kommunen haben ihr Interesse an einer Beteiligung bekundet.

Der Aufsichtsrat der neuen EAM-Verwaltungs GmbH hat sich Ende Januar konstituiert. Vorsitzender ist der Marburger Landrat Robert Fischbach (CDU). Seine Stellvertreter sind der Kasseler Landrat Uwe Schmidt (SPD) und Karsten Lenz als Mitglied der Arbeitnehmervertretung. Der Aufsichtsrat ernennt die EAM-Geschäftsführung (für fünf Jahre, eine Fortsetzung ist möglich), überwacht ihre Tätigkeit und beruft sie ab.

Der Konsortialausschuss ist das oberste Gesellschaftergremium, in dem die Entscheidungen der Gesellschaften der EAM-Gruppe vorbereitet werden. Dies bedeutet etwa die Vorbereitung und Findung einer gemeinsamen Position vor wichtigen Aufsichtsratssitzungen. Vorsitzender des Ausschusses ist Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD). Stimmberechtigt sind die Vertreter der kommunalen Altgesellschafter.

Von Holger Schindler

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