Verkehrs-Verbund ist optimistisch

Regiotram-Chaos: Wenig Neues in NVV-Konzept

Ein hoher Krankenstand führt immer wieder zu vielen Ausfällen: Jetzt musste der NVV dem Kreistag ein Konzept vorlegen, wie er die Situation künftig entspannen will. Archivfoto: Ulbrich/Montage: Jordan

Kreis Kassel. Angekündigt worden war ein Konzept, in dem der NVV darstellt, wie Zugausfälle künftig vermieden werden. Doch wirklich Neues bietet das Papier nicht.

Nachdem die Erkrankung zahlreicher Fahrer auf der Linie RT4 Kassel-Wolfhagen erneut zu umfangreichen Ausfällen bei den Regiotrams geführt hat, hat der Nordhessische Verkehrs-Verbund (NVV) dem Kreistag Donnerstag den vom Parlament eingeforderten Maßnahmenkatalog vorgelegt.

Vielmehr beschreibt es lediglich die Schritte, die bereits unternommen worden sind, um die Probleme zu lösen. Personal- und damit einhergehende Zugausfälle und Verspätungen hatten immer wieder für Verdruss bei den Fahrgästen gesorgt. Erst vergangene Woche waren wieder 20 Prozent der 92 Triebfahrzeugführer krank - Ersatzbusse mussten eingesetzt werden.

In seinem Schreiben räumt der Verkehrsverbund Schwierigkeiten in der Vergangenheit ein. Die vielen Zugausfälle und Verspätungen wögen schwer. Sie seien mit großen Unannehmlichkeiten der Fahrgäste verbunden gewesen und hätten dem Vertrauen der Bevölkerung in das ÖPNV-System insgesamt geschadet.

Doch seit Mitte Januar 2015 sieht der NVV eine deutliche Verbesserung der Situation: Die Überstunden seien deutlich reduziert worden. Konkrete Angaben zur Höhe der Überstunden finden sich nicht.

Auch die Anzahl der Kundenbeschwerden sei zurückgegangen. Man sei optimistisch, dass sich diese positive Entwicklung im laufenden und in den nächsten Monaten stabilisiert. „Die unakzeptable Situation 2014 wollen wir nicht beschönigen. Es geht jetzt aber darum, die positive Entwicklung 2015 zu festigen“, heißt es in dem Schreiben.

Der NVV sei optimistisch, dass der Betrieb der Regiotram dauerhaft eine Qualität erreiche, die dem allgemeinen Niveau entspreche und den Erwartungen der Fahrgäste gerecht sei. Auch mit der Aufhebung des Verkehrsvertrages hat sich der NVV laut Schreiben befasst, sieht das aber „als allerletztes Mittel an, wenn auch perspektivisch gar nichts mehr ginge“.

Auch mögliche Strafzahlungen werden in dem Papier thematisiert. „Die Vertragsparteien wollen sich über diese Fragen verständigen“, heißt es. Erste Gespräche zwischen dem NVV und der Regiotram-Gesellschaft darüber seien geführt worden und würden fortgesetzt.

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