Pseudonyme aus Sicherheitsgründen

Regiotram: Personal ist oft mit falschem Namen unterwegs

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Hier wird oft unter Pseudonymen kontrolliert: Zugbegleiter in den Regiotrams nutzen aus Sicherheitsgründen oft falsche Namen.

Kassel. Wer in der Regiotram einen Zugbegleiter anspricht, kann nicht sicher sein, dass der Mitarbeiter tatsächlich so heißt, wie auf seinem Namenschild angegeben ist. Denn der Großteil der Zugbegleiter, die auf den Strecken unterwegs sind, nutzen im Dienst nicht ihren echten Namen, sondern ein Pseudonym.

Lexikonwissen:

Die Regiotram im HNA-Regiowiki

Das bestätigte Heidi Hamdad, Sprecherin der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG), auf HNA-Anfrage. Es kann also durchaus sein, dass auf dem Namenschild eines Zugbegleiters Herr Müller steht, der Mann aber tatsächlich Schmidt heißt. Die Pseudonyme würden aus Sicherheitsgründen verwendet, sagte Hamdad, die auch für die Regiotram-Gesellschaft RTG spricht, an der die KVG beteiligt ist. Die Mitarbeiter sollten durch die Pseudonyme insbesondere vor Stalking, also dem strafbaren Nachstellen, geschützt werden.

Die 16 Zugbegleiter, unter ihnen zwölf Frauen, würden allerdings nicht gezwungen, im Dienst falsche Namen zu verwenden, so Hamdad. „Das basiert alles auf Freiwilligkeit.“ Warum verzichtet man bei der RTG aber nicht gleich auf Namenschilder? „Es geht auch um die persönliche Note“, sagt Hamdad. Das Personal solle den Fahrgästen nicht anonym gegenübertreten. Die Zugbegleiter, die sich für ein Pseudonym entscheiden, bekommen dieses nicht zugeteilt, sondern können sich selbst einen dienstlichen Namen aussuchen.

Der Kreativität seien dabei aber durchaus Grenzen gesetzt. So dürften die Namen „nicht zu lang und auch nicht allzu originell sein“. Dies stellten die Teamleiter aber sicher. Dass man im Dienst mit falschen Namen operiert, ist nicht die Regel. Beispiel Polizei: Streifenbeamte, die tagtäglich mit gefährlichen Situationen konfrontiert werden, müssen laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch dennoch grundsätzlich ein Schild mit ihrem echten Namen tragen.

Von Peter Ketteritzsch

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