NVV fürchtet Konkurrenz durch Autobahn im Lossetal

NVV fürchtet Konkurrenz durch Autobahn: Tram soll Gas geben

Bald wieder Verkehr? Beim NVV erwägt man, die 2007 stillgelegte Expressstrecke der Regiotram bei Kaufungen zu reaktivieren. Archivfoto:  Ketteritzsch

Kaufungen / Helsa. Die 2007 nach nur anderthalb Jahren stillgelegte Expressstrecke der Regiotram bei Kaufungen wird möglicherweise doch wieder in Betrieb genommen.

In den nächsten Monaten werde der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) prüfen, ob es Sinn macht, den seinerzeit für 300 000 Euro ausgebauten Streckenabschnitt der Waldkappeler Bahn zu reaktivieren, sagte Regiotram-Planer Peter Roßkothen im Gespräch mit der HNA.

„Wir sehen Handlungsbedarf im Lossetal, die Straßenbahn zu optimieren“, so der ÖPNV-Experte. Grund für die Überlegungen, die auch eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern des Verkehrsverbunds, der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und des Werra-Meißner-Kreises beschäftigt, ist der Bau der Autobahn 44 im Lossetal. Durch die Ost-West-Verbindung, die in wenigen Jahren fertiggestellt sein wird, erwachse der seit 2006 zwischen Kassel und Hessisch Lichtenau verkehrenden Straßenbahn eine erhebliche Konkurrenz.

Es bestehe die Gefahr, dass ÖPNV-Nutzer auf das Auto umsteigen, wenn sie über die Fernstraße künftig deutlich schneller als mit der Straßenbahn nach Kassel gelangen könnten. Roßkothen: „Wenn wir am Status quo festhalten, laufen wir Gefahr, Fahrgäste zu verlieren.“

Ziel: Fahrzeit verkürzen

Ziel sei es daher, die Fahrzeit zwischen Hess. Lichtenau und Kassel spürbar zu verkürzen. Gegenwärtig dauert die Fahrt von der Kleinstadt zum Kasseler Königsplatz 48 Minuten. Der NVV strebt nach Angaben Roßkothens an, die Fahrzeit auf unter 40 Minuten zu senken. Ziel sei es, neun Minuten einzusparen. Das Ziel könne erreicht werden, indem ein Teil der Straßenbahnen wieder die Expressstrecke bei Kaufungen benutzt, also nicht alle Haltestelle in Kaufungen anfahren.

Um das Gleis unweit des Steinertsees nutzen zu können, müsste es laut Roßkothen zuvor für die Straßenbahn elektrifiziert werden. Geschätzte Kosten: 400 000 Euro. Eine Wiedereinführung der im August 2007 von der Lossetalstrecke genommenen Regiotram-Züge mit Dieselhybridantrieb sei nicht vorgesehen. Zur Verkürzung der Fahrzeiten könnte nach den Vorstellungen des NVV-Planers außerdem der Bau zusätzlicher zweigleisiger Abschnitte, beispielsweise in der Nähe der Haltestelle DRK-Klinik in Oberkaufungen, beitragen. Dadurch könne die Kapazität der Lossetalstrecke ebenso erhöht werden wie durch neue Signaltechnik.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.