Regiotram: NVV- und RTG-Geschäftsführer wollen Probleme gemeinsam lösen

Künftig weniger Probleme: Die RTG und der NVV wollen dafür Sorge tragen, dass ihre Bahn zuverlässiger wird. Unser Foto zeigte eine Bahn, die in Ahnatal am Bahnhof Weimar steht. Archivfoto: Schräer

Kreis Kassel. Hoher Krankenstand, Verspätungen, Ausfälle - die Regiotram sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Verdruss bei ihren Fahrgästen.

Diese Probleme sollen laut dem Nordhessischen Verkehrs-Verbund (NVV) und der Regiotram-Gesellschaft (RTG) aber bald der Vergangenheit angehören.

„Wir sind sehr bemüht, die Probleme gemeinsam in den Griff zu kriegen, und sind zuversichtlich, dass sich die Situation bis zum Fahrplanwechsel im Dezember stabilisiert“, sind sich NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch und RTG-Geschäftsführer Sven Möller einig. Man habe an vielen Stellschrauben gedreht, um die Lage zu verbessern und führe regelmäßig Gespräche, sagten die beiden in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Besonders drei Faktoren heben Möller und Rausch dabei hervor: Erstens die de facto abgeschlossenen Tarifverhandlungen und die damit einhergehenden Verbesserungen, zweitens Veränderungen bei der Dienstplangestaltung und drittens die zusätzliche Ausbildung von Triebfahrzeugführern.

Tarifverhandlungen

Bestandteil der Tarifverhandlungen, die kurz vor dem Abschluss stehen, sind laut RTG unter anderem die Begrenzung auf sechs aufeinanderfolgende Arbeitstage. Anschließend muss den Triebwagenführern ein freier Tag gewährt werden. Zudem seien im Kalenderjahr jetzt zwölf lange Wochenendruhen geregelt worden. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter Samstag und Sonntag frei haben. So wird eine ununterbrochene Mindestruhezeit von 60 Stunden gewährleistet. Außerdem wurde nach Angaben der RTG eine Vereinbarung von Zusatzurlaub aufgrund von Schichtarbeit getroffen.

Dienstplangestaltung

Die RTG hat nach Auskunft ihres Geschäftsführers unter anderem die Dienstzeiten der Triebfahrzeugführer verkürzt. Zudem wird laut Möller die Planung so gestaltet, dass die Mitarbeiter zeitnah über ihren Dienst informiert sind.

Zusätzliche Ausbildung

Nach Angaben von RTG-Standortleiter Thomas Wolf nehmen derzeit 16 Personen an einem Ausbildungslehrgang teil. Mit dessen Abschluss Ende Oktober sei der Personalstand dann auf einer soliden Basis. Insgesamt beschäftigt die RTG momentan 85 Triebfahrzeugführer - 25 von ihnen sind Leiharbeiter.

Kündigung ausgeschlossen

Eine Kündigung des Vertrags mit der RTG, der noch bis 2028 läuft, kommt laut Rausch nicht in Betracht. Der NVV habe die Möglichkeit, juristisch prüfen lassen, sei aber zu dem Ergebnis gekommen, dass sie nahezu ausgeschlossen sei. Zudem sei ein Wechsel auch nicht von heute auf morgen realisierbar. „Ein Ausschreibungsverfahren dauert etwa drei Jahre“, erklärte Rausch. In dieser Zeit hätten die RTG und der NVV weiter zusammenarbeiten müssen. „Bei einem Job, den es in drei Jahren nicht mehr gibt, wären uns vermutlich die Mitarbeiter weggelaufen“, gibt Rausch zu bedenken.

Drohende Sanktionen

Konsequenzen haben die Probleme dennoch für die RTG: Der NVV wird sein Entgelt an die RTG voraussichtlich um einen hohen sechsstelligen Bereich mindern. „Wir müssen leider von empfindlichen Einbußen ausgehen. Das tut uns schon sehr weh“, kommentierte Möller die drohenden Sanktionen.

Auch der Imageverlust für die Regiotram schmerzt. „Das belastet uns sehr“, sagen Rausch und Möller. Ihnen sei bewusst, dass sie nur durch deutlich bessere Leistung in der Zukunft überzeugen können. „Wir wollen unseren Kunden sagen können, dass es einen Rückfall in alte Zeiten nicht mehr gibt.“

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