20-Millionen-Euro-Bahnprojekt

Regiotram Obervellmar-Ahnatal: Arbeiten stehen vor dem Abschluss

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Restmontage: Mit großen Aluminium-Lärmschutz-Elementen verkleiden Monteure der Firma Klostermann die riesigen Bohrpfähle, die im Frühjahr 2011 zehn Meter tief in den Untergrund getrieben wurden und die Böschung am 3. Gleis stabilisieren.

Vellmar. Ursprünglich sollte die Regiotram bereits zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember im Halbstundentakt zwischen Obervellmar und Ahnatal rollen. Von diesem Ziel musste sich der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) allerdings verabschieden.

Dies werde nun ein Jahr später erreicht, sagt Christoph Funke, Leiter Infrastruktur beim NVV. Was zumindest für die Anwohner der Bauarbeiten am Bahnhof Obervellmar auch Vorteile hat.

„Durch die Terminverschiebung sind wir jetzt in der Lage, die noch ausstehenden Arbeiten, die im letzten Jahr als Nachtarbeiten geplant waren, am Tage auszuführen. Das kommt den Anliegern zugute, die ja bereits einiges an nächtlicher Lärmbelastung aushalten mussten“, meint Funke.

Effektiver Schallschutz: Ein Großteil der Wände im Bereich des Bahnhofs Obervellmar ist bereits montiert. Die Lärmschutz-Paneele sollen den Geräuschpegel durchfahrender Züge erheblich vermindern.

Das neue Gleis zwischen Ahnatal und Obervellmar ist wie auch die neuen Weichen mit ferngesteuerter Signaltechnik zwar betriebsbereit und in die Stellwerkstechnik eingebunden, also voll nutzbar. Züge verkehren auf der Strecke allerdings nur außerhalb der derzeitigen Arbeitszeiten.

Mit wenigen Ausnahmen, denn die Deutsche Bahn AG möchte den neuen Kreuzungspunkt bei Zugverspätungen passieren können. Auch ein nächtlicher, mit Holz beladener Güterzug aus Korbach nutzt die neuen Gleise und fährt die Strecke somit unter Belastung ein.

Kürzlich wurden die noch fehlenden Schallschutz-Paneele geliefert und die am Bauwerk verankerten Stahlstützen montiert. Auch das Sicherheitsgeländer auf der Stützwand ist fertig.

Im nächsten Arbeitschritt wird ein Betonsockel erstellt, der als Basis für die Aluminium-Lärmschutz-Elemente dient. Dabei sind allerdings zwei frostfreie Tage und eine Außentemperatur von mindestens fünf Grad plus erforderlich. Die Montage der restlichen Lärmschutz-Paneele soll nach Angaben von DB-Projektleiter Rolf Kühlborn bis Ende April abgeschlossen sein. Zeitgleich werden die Restarbeiten am neuen Mittelbahnsteig ausgeführt, sodass dieser ab Mitte April uneingeschränkt benutzt werden kann.

Auch kündigt Kühlborn an, dass in den kommenden Wochen Pflanzarbeiten und die Begrünung der fertigen Schallschutzwände erfolgen. Zwei Nachtschichten sind allerdings noch geplant, um einige Schwellen auszutauschen und dadurch das neue Gleis zu stabilisieren. Einen Termin dafür gibt es derzeit noch nicht.

„Die Anwohner haben während der Nachtarbeiten und unter dem intensiven Lkw-Verkehr ziemlich leiden müssen“, sagt Funke. Daher werde überlegt, in welcher Form man sich dafür erkenntlich zeigen könne.

Von Werner Brandau

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