Scheckbetrüger wollte von Norbert Klenke 2300 Euro ergaunern und scheiterte

Scheckbetrug: Reifen-Kauf zum Glück geplatzt

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Den Scheck bewahrt er auf: Norbert Klenke wollte über das Internet Winterreifen verkaufen und erhielt einen zu hoch ausgestellten Scheck. Die Differenz sollte er dem Betrüger auszahlen.

Fuldabrück. Für Erika Klenke war der Fall klar: „Da ist etwas faul“, sagte die 77-Jährige, als ein Scheck über 2500 Euro im Briefkasten lag. Ihr Mann Norbert wollte über das Internet einen Satz Winterreifen für 160 Euro verkaufen – und wäre fast einem Scheckbetrüger aufgesessen.

Norbert Klenke surft gern im Internet. Der 76-jährige Rentner aus Bergshausen kauft und verkauft viel übers Netz. Auch einen Satz Winterreifen will er so loswerden. Also stellte er ein Angebot auf Kleinanzeigen.de ein: 3500 Kilometer gelaufen, vier Millimeter Profil, guter Zustand, 199 Euro Verhandlungsbasis. Abholung erwünscht.

Wenige Tage später meldet sich ein Interessent per E-Mail. Klenke und er einigen sich: 160 Euro, wenn die Reifen abgeholt werden. Der Käufer will per Scheck zahlen. Klenke willigt ein. Stutzig wird er allerdings, als er die Höhe des Schecks erfährt: 2500 Euro.

Differenz in Bar

„Der Betrüger kündigte an, dass ein Spediteur in seinem Auftrag die Reifen abholen werde. Ich sollte dann die Differenz in bar zahlen“, erklärt der Rentner. Seine Frau Erika hat vor ihrem Ruhestand als Bankangestellte gearbeitet. Sie ahnt, dass bei dem Geschäft etwas nicht stimmt.

Klenke geht auf Nummer sicher und antwortet dem Unbekannten: „Wenn der Scheck hier ankommt, bringe ich ihn zur Bank, und wenn die Gutschrift auf meinem Konto ist, können Sie die Reifen abholen.“

Der Scheck landet mit einem englischen Poststempel im Briefkasten der Klenkes. Wieder wundert sich der Rentner. Außer seinem Namen weiß er nichts über den Betrüger, der sich nicht auf der Internetseite registriert hatte. Der 76-Jährige geht zur Bank, löst den Scheck ein. Am 19. September werden ihm die 2500 Euro gutgeschrieben. Unterdessen hakt der Betrüger per E-Mail nach: Er will wissen, wann er die Reifen abholen kann, und drängt auf eine schnelle Übergabe. Doch Klenke lässt sich nicht unter Druck setzen. Er verreist wie geplant für eine Woche.

Als er wieder zu Hause ist, liegt ein Brief seiner Bank im Briefkasten. Der Scheck sei nicht gedeckt gewesen, als Anlage erhält Klenke ihn zurück, heißt es in dem Schreiben. Die 2500 Euro würden wieder von seinem Konto abgebucht.

Ein letztes Mal schreibt Klenke dem Betrüger. Er schreibt vom geplatzten Scheck und dass er sich selbst zum Narren machen könne. Eine Antwort erhält er nicht. „Ich möchte die Menschen vor der Masche warnen“, begründet Klenke seinen Schritt in die Öffentlichkeit.

Seine vier Winterreifen liegen weiterhin in der Garage. Der 76-Jährige will sie verkaufen, aber dieses Mal über die Zeitung. Bezahlt werden sollen sie dann bei Abholung. In bar.

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