Zeltlager am Freibad Vellmar ist einer der Höhepunkte der Ferienspiele – Zahl der Anmeldungen ging zurück

Rein ins Nass zur Wasserschlacht

Sprung ins Becken: Jan Halm (links) gibt das Startsignal für die Wasserschlacht im Freibad. Fotos: Dilling

Vellmar. Die neunjährige Laura pumpt mit Hingabe ihre knallrote Luftmatratze auf, die übrigen 21 Kinder richten sich schon in den beiden Zelten auf der Wiese im Vellmarer Freibad ein: Isomatten und Schlafsäcke werden ausgerollt, einige üben schon mal Probeliegen.

Und Justin (6) zeigt, dass er für alle Beschwernisse einer Übernachtung im Freien gewappnet ist: Der junge zieht ein Mückenspray aus dem Rucksack und sprüht Jan Halm, den Organisator des Lagers, damit ein.

Das Camp am Freibad gehört wie jedes Jahr zu den Höhepunkten der Vellmarer Ferienspiele, die nächste Woche Freitag mit einem festlichen Finale zu Ende gehen. „Hauptsache, die Kinder haben Spaß; so lautet unsere Devise“, sagt Halm, der das Lager zusammen mit einem Kollegen schon zum dritten Mal anbietet.

Der 26-jährige Student der Sozialen Arbeit und der Philosophie ist mit den Ferienspielen groß geworden: Früher gehörte er selbst zu den Kindern, die sich von ehrenamtlichen Betreuern die Ferien versüßen ließen. Dann übernahm er selbst eine Gruppe, und schließlich leitete er das Ferienlager der jüngeren Kinder, die jeweils für zwei Tage das Camp bevölkern.

Einen Erziehungsauftrag habe er zwar nicht, sagt Halm, „doch die Kinder lernen hier Rücksicht zu nehmen und selbst Verantwortung zu tragen.“ Die Betreuer sorgen dafür, dass die 22 Jungen und Mädchen ständig etwas zu tun haben. „Dann kommt kein Heimweh auf“, erklärt der Student. Nach dem „Bettenbauen“ springen sie mit den Kindern ins Becken, Wasserschlacht ist angesagt.

Erstmals in diesem Jahr bringt niemand das Essen vorbei, die Kinder bereiten ihre Hamburger selbst zu. Halm achtet auf gesundes Essen. Schweinefleisch ist nicht so gefragt, denn eine Reihe von Kindern sind Muslime. Beim Abwasch ist die Mithilfe der Kinder erwünscht.

Abends gibt es dann einen Hauch von Abenteuer: Nach dem Grillen unternimmt Halm mit den Kindern eine Nachtwanderung und unterhält sie mit einer selbst ausgedachten Geschichte von einem freundlichen Waldgeist, der alle beschützt. Keiner soll schließlich Angst haben.

Trotz des attraktiven Zeltlagers – die älteren Kinder campen am Edersee – sind die Ferienspiele dieses Jahr nicht so gefragt wie im Vorjahr. Statt 271 Anmeldungen habe man diesmal nur 213 verzeichnet, sagt Katharina Hausmann von der Stadt Vellmar. Die Gründe für den Rückgang kenne man nicht. (pdi)

Ferienspiele Vellmar

Ferienspiele Vellmar

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.