Pastor Peter Krusemark verlässt nach zwölf Jahren die Evangelische-Freikirchliche Gemeinde Großenritte

Ein Reisender zieht jetzt weiter

Geht nach zwölf Jahren: Pastor Peter Krusemark fällt es schwer, eine Gemeinde zu verlassen, die ihn in schwierigen Zeiten tatkräftig unterstützt hat. Foto: Surina

Baunatal. „Ich bin seit dem 16. Lebensjahr ein Reisender“, sagt der 54-jährige Pastor Peter Krusemark. Der gebürtige Münchner hat viele Stationen durchlaufen, bevor er für zwölf Jahre in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Baunatal-Großenritte ankam.

Nun ist es wieder soweit: Aus Siegen hat der Pastor im Feincordjackett den nächsten Ruf erhalten. Ab September wird er dort diakonisch tätig sein. Der charismatische Mittfünfziger wollte eigentlich Medizin studieren, nachdem er sich zunächst als Krankenpfleger ausbilden ließ. Nach dem Zivildienst engagierte sich Krusemark in Landshut als Jugendarbeiter. Wieso er den ursprünglichen Plan, Arzt zu werden, umstieß? Ein Pastor fragte ihn warum er Jugendarbeit mache. „Das Nachdenken darüber gab den Ausschlag dafür, in Hamburg Theologie zu studieren.“ Fünf Jahre blieb er in Hamburg. Sein Viktariat, die praktische Ausbildungszeit für Pfarrer, absolvierte er in Bremen.

Seinen ersten Ruf erhielt er aus Bochum. Die Gemeinde dort kannte ihn aus einem Studienpraktikum. Und nicht nur dort hinterließ der Pastor und Coach einen bleibenden Eindruck. Als Coach für Systeme und Spiritualität hilft er den Menschen Rollenmuster aufzudecken, die sie unbewusst in sich tragen. Dass sich Menschen, denen er auf seinem Weg begegnete, an ihn erinnern und in Ämter rufen, wird sich wie ein roter Faden durch die folgenden Jahre ziehen.

Zehn Jahre blieb er in Bochum. „Dann hat Baunatal angefragt“, erzählt er. Der damalige Gemeindeleiter erinnerte sich durch die gemeinsame Zeit in München an den großen, ausgeglichenen Mann mit den dunklen Augen. „Der Sprung aus der Großstadt in die Stadt Baunatal, die aus sieben Dörfern besteht, war eine Herausforderung“, sagt Krusemark.

In den ersten Monaten seiner Tätigkeit hatte die Gemeinde noch am neuen Gemeindezentrum gebaut. 108 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von zirka 65 Jahren habe die Gemeinde gehabt. Heute seien es rund 130 Menschen, die durchschnittlich 50 Jahre alt sind. Seine Vision ist Wirklichkeit geworden – die Menschen für die Gemeinde zu gewinnen. Seine Erfahrungen lehrten ihn, bei der Jugendarbeit anzusetzen. „Die damaligen Jugendlichen haben heute Familie und sind zum Teil in der Gemeinde geblieben“, sagt er.

Eine weitere Vision war es, Spiritualität zu vertiefen. Mit Abend-, Frühstücks- und Themengottesdiensten, wie zur Zeit der Reaktorkatastrophe in Fukushima, erhielt er Gehör. Seine Qualitäten als Gesprächsleiter hat er durch Schulungen an die Mitglieder der Gemeinde weitergegeben. So sei ein durchdringendes Gespräch in der Gemeinde entstanden. Ihm ist es wichtig gewesen, „reinzuhören, wie die Menschen ticken“. Zugleich habe er stets einen Blick für die Bedürfnisse der Gruppe gehabt. All das will er beibehalten für Siegen. Die Gemeinde ruft ihn, unter anderem, weil der leitende Arzt der Kinderklinik ihn aus seiner Zeit in Bochum kennt. Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest.

Informationen zu Gottesdiensten gibt es auf der Internetseite der Gemeinde: efg-baunatal.de

Von Diana Surina

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