Reitshows und Ponyreiten

Viele Besucher bei Tinker-Pferden auf dem Wagner Hof in Schauenburg 

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Stolze Nachwuchsreiterin: Beim Ponyreiten saß Lisa Marie Stelle auf dem Tinker Coco, geführt von Tanja Cuntze.

Schauenburg. Pferdezüchterin Frauke Wagner hat die Tinker-Pferde schon lange in ihr Herz geschlossen. Jetzt konnten sich Besucher auf dem Wagner Hof in Schauenburg von der Besonderheit der Rasse überzeugen.

Mit freundlichem Wiehern wurden die Besucher des Tags der offenen Tür auf dem Wagner Hof von den knapp 20 Tinkern in Schauenburg begrüßt.

Wer das Wort „Tinker“ hört und dabei an kleine, in Grün gekleidete Feen denkt, die emsig umher flattern, der irrt sich. „Tinker“ heißt die Pferderasse, um die sich am Sonntag auf dem Pferdehof alles drehte. Genau genommen handelt es sich um die Rasse Irish Cob. Doch in Pferdekreisen ist Tinker eine gängige Bezeichnung.

Ihren Namen haben die meist gescheckten Vierbeiner durch ihre historische Bestimmung erhalten. Das Wort „Tinker“ heißt „Kesselflicker“. Diese gehörten früher zur nichtsesshaften Bevölkerung und besaßen meist einen Wagen, für den sie ein kräftiges Zug- und Arbeitspferd brauchten: einen Tinker eben. Heute sind die robusten, intelligenten und ausgeglichenen Tiere beliebte Reit- und Therapiepferde.

Gutmütige Tiere: Frauke Wagner mit Stute Casey und Fohlen Cody.

Die Schauenburgerin Frauke Wagner hat die Tinker vor 22 Jahren in ihr Herz geschlossen. Als Achtjährige bekam sie von ihrem Großvater das erste Pferd ihrer Zucht, ihren Oskar, geschenkt. Der lebt noch heute auf dem Wagner Hof „Damit hat alles angefangen“, erklärt die Pferdezüchterin und Gastgeberin des Festes auf dem Hof in Schauenburg.

Sie ist vor allem von der Zuverlässigkeit und der Geländesicherheit der Tinker überzeugt.

151 von 160 Punkten

Neben mehreren Reitshows, Ponyreiten und weiteren Aktionen, stand auch die Prämierung einiger Pferde durch die Irish Cob Society aus den Niederlanden auf dem Programm. 16 Kriterien, wie Körperbau und Charakter, wurde geprüft. Insgesamt 160 Punkte kann ein Tier dabei erhalten. Nicht ganz so viele, aber für Frauke Wagner absolut zufriedenstellende 151 hat ihre 8-jährige Zuchtstute Casey am Sonntag bekommen. Das beste Ergebnis an diesem Tag und ein Grund zum Feiern. Das taten neben den Hofbesitzern und den Mitwirkenden auch viele Besucher, meist Familien mit Kindern, die sich den Tag über bei und mit den Pferden vergnügten. 

Herkunft der Tinker

Erst im Jahre 2005 wurden die Tinker in Deutschland als eigenständige Rasse anerkannt, dabei können sie bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die ehemals bunte Mischung stammt aus Irland und Großbritannien. Dort wurde sie vor allem wegen ihrer großen Stärke, der Ausdauer und ihres gutmütigen Charakters von den fahrenden Völkern eingesetzt. Innerhalb der letzten Jahrzehnte rückte jedoch die ruhige Persönlichkeit in den Vordergrund. Aus den Pferden, die in der breiten Bevölkerung anfangs als minderwertig verschrien waren, wurden so weithinbeliebte und begehrte Tiere. 

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