Rentnergruppe aus Baunatal und Umgebung geht einmal im Monat auf Wandertour

Die Rennochsen sind los: Rentnergruppe einmal im Monat auf Wandertour

Mini-Rennochsen-Pokal: Den gab’s als Geburtstagspräsent für Dieter Nauk aus Kassel.

Baunatal. Einmal im Monat treffen sie sich am Fuße des Baunsbergs. Gut gelaunt, gesprächig und voller Tatendrang. 27 rüstige Rentner, alle Nichtraucher, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet: Sie durchstreifen mit Begeisterung zu Fuß die heimischen Gefilde.

Eine Wandergruppe wie viele andere auch, aber mit dem martialischen Namen Rennochsen. Kein Verein, sondern ein Interessenverbund – ohne Vorstand, ohne Satzung. „Wir sind alle gleichberechtigt“, erklärt Hermann Stock.

Baunataler Wandergruppe "Die Rennochsen"

Der 74jährige Altenbaunaer ist Kassenwart der Truppe, die mehrheitlich aus VW-Ruheständlern besteht. Jeweils 5 Euro werden am Wandertag pro Mann einkassiert, „,die dann am Jahresende gemeinsam mit unseren Frauen verprasst werden“, so Stock.

Doch bis es wieder so weit ist, stehen noch etliche Wandertage auf dem Programm. Dass man sich nur einmal im Monat trifft, wird als Vorteil gewertet. Stock: „Da freuen sich immer alle drauf“. Die Streckenauswahl ist groß. Schließlich ist das Gebiet zwischen Knüll und Meißner, von der Weser bis zum Edersee Rennochsen-Terrain. Nahe Ziele wie der Habichtswald oder der Langenberg werden gleich vom Startpunkt aus angegangen. Entferntere Punkte steuert man mit dem Auto an.

So auch bei der jüngsten Wanderung auf dem Zuweg H7 zum Habichtswaldsteig im Wolfhager Land. Von Ippinghausen durch den Stadtwald nach Leckringhausen und zurück zum Startpunkt führte diese Tour. Kein Marsch ins Ungewisse, sondern durch die Wanderführer Bernd Rudolph, Waldemar Stinsky und Horst Schultes vorab geprüft und für gut befunden.

Die Planung macht Sinn, denn so wird die Wanderung zum Erlebnisparcours. Der Blick auf Schloss Höhnscheid, die Begutachtung eines alten Grenzsteins vom Fürstentum Waldeck, der von Spechten zerhackte morsche Fichtenstumpf – das alles bietet zusätzlich Gesprächsstoff.

Mit Maßband am Baum

Eine Uralt-Eiche auf einer Lichtung (geschätzt auf etwa 800 Jahre) wird einer genauen Prüfung unterzogen. 5,50 Meter zeigt das mitgeführte Maßband als Stammumfang an. Noch älter als das älteste Holz sind versteinerte Saurierspuren im Sandsteinbruch nahe des Stöcketeichs. Ebenso ein Anlaufpunkt im frühlingshaft ergrünenden Forst.

Aber selbst der stärkste Rennochse bliebe auf der Strecke, würde das leibliche Wohl vernachlässigt. Zwar gehören der Gratulationsschluck auf das Geburtstagskind Dieter Nauk und der Pausensnack aus dem Rucksack zur Wander-Halbzeit zum wichtigen Standard, doch herbei gesehnter Höhepunkt des Tages ist das gemeinsame Mittagessen in einer Gaststätte.

Nach 15 Kilometern, das entspricht der Norm, war diesmal Schluss. „Wir haben noch Wanderungen für Jahre in petto“, sagt Bernd Rudolph. Ende April soll es wieder einmal in den Langenberg bei Großenritte gehen. Dann heißt es erneut: Achtung, die Rennochsen sind los!

Wie die Truppe zu ihrem Namen kam

Der ungewöhnliche Name für die Wandergruppe der Rennochsen entstand in der Schweiz. Eine Läufergruppe der LG Baunatal startete beim Berglauf in Murten. Teilnehmer Willi Franke aus Rengershausen wurde beim Einchecken im Hotel nach seinem Beruf gefragt. „Schreib einfach Rennochse“, flachste sein Laufkollege Dieter Nauk.

Zwei Mitgründer noch dabei

Der Name blieb und wurde später auf die Wandergruppe übertragen, von deren fünf Gründungsmitgliedern heute noch Franke und Nauk mit von der Partie sind. Der Altersdurchschnitt der aktuellen Gruppe beträgt 67,7 Jahre. Senior ist Willi Klink (81) aus Kirchbauna, Jüngster Karl-Heinz „Kalle“ Dickkopf (60) aus Altenritte. Der ehemalige Liga-Spieler des KSV Baunatal ist nicht der einzige Spitzensportler. Ruder-Senioren-Weltmeister Karl-Heinz Salzmann aus Fuldabrück gehört ebenso zu den Rennochsen wie der mehrfache Langlauf-Landesmeister Werner Saure. (wie)

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