Kaufunger Architekt sieht Riffer-Gelände jetzt als Standort für Supermarkt

Rettberg: Logische Folge

Wolfgang Rettberg

Kaufungen. Nach dem Beschluss des Parlamentes für die Sanierung des Bürgerhaussaales rechnet der Kaufunger Architekt und Stadtplaner Professor Wolfgang Rettberg damit, dass der Edeka-Markt nun auf dem Riffer-Gelände gebaut wird. „Das ist logisch“, erklärte Rettberg, der in der Vergangenheit zu den entschiedensten Kritikern eines Marktes auf dem Gelände der früheren Holzhandlung in Oberkaufungen gehörte.

An dieser Haltung Rettbergs hat sich auch nach der Entscheidung für den Bürgersaal und gegen einen Markt im Zentrum Oberkaufungens nichts geändert. Rettberg, der 2009 gemeinsam mit dem Bürgerforum Pläne für einen Markt hinter dem Rathaus vorgestellt hatte: „Das kleine Geschäftsviertel entlang der Leipziger Straße ist sehr labil und hätte eine Belebung gebrauchen können. Von einem renovierten Bürgersaal wird diese nicht ausgehen.“ Vielmehr sei zu erwarten, dass ein Markt auf dem Riffer-Gelände den Ortskern schwächen werde – mit allen negativen Folgen auch für den Immobilienmarkt.

Gleichwohl geht nach Einschätzung des Architekten jetzt kein Weg mehr an der Nutzung des Riffer-Geländes für Edeka vorbei. Der derzeitige Zustand des Marktes in Oberkaufungen an der Schulstraße sei nicht akzeptabel, der Handlungsbedarf könne nun auf dem Standort Riffer erfüllt werden.

Dies auch deswegen, weil die Gemeinde die Fläche bereits vor Jahren für über zwei Millionen Euro gekauft habe und diese Bodenbevorratung langfristig nicht durchhalten könne. Es bleibe nichts anderes übrig, als das Areal jetzt für einen Lebensmittelmarkt zu nutzen.

Die dadurch möglicherweise entstehenden Verkehrsprobleme hält Rettberg für lösbar. Denkbar sei etwa, die Kreisstraße 6 vom Kreisel bis zu Riffer zu verlängern und den Investor des Marktes an den Kosten zu beteiligen.

Damit würde gleichzeitig auch der neue Festplatz erschlossen, der bisherige könne dann für die Wohnbebauung genutzt werden und der Gemeinde Verkaufserlöse sichern.

Glücklich ist Rettberg mit dieser sich abzeichnenden Entwicklung trotz der ihr innewohnenden Logik nicht: „Mit den Grundstücksverkäufen kann der kommunale Haushalt ausgeglichen werden. In vier Jahren gehen dann alle zufrieden in die nächste Kommunalwahl. Nachhaltigkeit ist da wohl nicht so wichtig, obgleich die in der Vergangenheit in Kaufungen durchaus Tradition hatte.“

Von Thomas Stier

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