Vellmar wird zur herzsicheren Stadt - bereits 15 Defibrillatoren angeschafft

Lebensretter: Dieses kleine Gerät sorgt sprachgesteuert dafür, dass Menschen mit Herzstillstand vor dem plötzlichen Herztod bewahrt werden, wenn Ersthelfer die patientenschonende Medizintechnik aus den Vereinigten Staaten anwenden.

Vellmar. Herzversagen ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Täglich sterben hierzulande mehr als 400 Menschen am so genannten plötzlichen Herztod, weil ihnen nicht rechtzeitig geholfen werden konnte.

Dabei sind nicht nur Menschen mit Herzerkrankungen gefährdet. Es kann jeden treffen und meist ohne vorherige Warnsignale. Ein plötzlicher Herzstillstand kann entstehen, wenn das Herz unregelmäßig schlägt und aus dem Takt gerät.

Durch das so genannte Herzflimmern werden Körper und Gehirn nicht mehr genügend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Bewusstlosigkeit und Herzstillstand sind die Folge. Erhält der Betroffene dann keine schnelle Hilfe, wird er sterben, bevor er ein Krankenhaus erreichen kann. Rund acht Minuten bleiben dem Ersthelfer mit Hilfe eines Defibrillators, die lebensrettenden Maßnahmen einzuleiten. Mit jeder weiteren Minute wächst das Risiko von bleibenden Gehirnschäden.

Bereits vor über zwei Jahren entwickelten Vellmars Stadtbrandinspektor Wolfhard Eidenmüller, Mediziner Dr. Samir Ragab und DRK-Mitarbeiter Timo Hausotter ein Konzept, wie man diese Situation zur Erstversorgung in Vellmar verbessern könnte.

Jeder kann helfen

Lebensretter: Dieses kleine Gerät sorgt sprachgesteuert dafür, dass Menschen mit Herzstillstand vor dem plötzlichen Herztod bewahrt werden, wenn Ersthelfer die patientenschonende Medizintechnik aus den Vereinigten Staaten anwenden.

„Inzwischen wurden 15 Defibrillatoren angeschafft und im gesamten Stadtgebiet an verschiedenen öffentlichen Standorten installiert“, erklärt Eidenmüller. Dabei wurde eine Kooperation mit der Firma Hillus aus Krefeld eingegangen, die sich seit 25 Jahren mit modernster Medizintechnik beschäftigt und die lebensrettenden, „Automatisch Externen Defibrillatoren“ (AED) für jeweils sieben Jahre vermietet. Dabei sind die Wartung und eine Schulung von Personengruppen mit eingeschlossen, die sich möglichst im Bereich des AED-Standortes aufhalten.

Diese Schulung übernimmt Mitinitiator und DRK-Mitarbeiter Timo Hausotter. Obwohl sich die Geräte durch Sprachsteuerung selbst erklären, wurden bereits 40 städtische Bedienstete, darunter Schwimmmeister und Rathausmitarbeiter, an den neuen Geräten ausgebildet. In der Endphase sollen rund 15 Personen pro installiertem Defibrillator mit dem lebensrettenden Gerät vertraut sein.

„Wir halten das für den richtigen Weg und gehen auch gern voran.“

„Wir halten das für den richtigen Weg und gehen auch gern voran“, sagte Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla, als jetzt das letzte der insgesamt 15 Geräte im Foyer des Vellmarer Rathauses installiert wurde. „Natürlich hoffen wir, dass weitere Geräte, zum Beispiel von Einkaufsmärkten, Arztpraxen, Gaststätten und Vereinen in Eigeninitiative beschafft werden.“

So könnte ein dichtes Netz von lebensrettenden Geräten entstehen, die dann so verbreitet wären, wie Feuerlöscher, regt der Rathauschef an. Er verweist auf eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Plötzlicher Herztod“, die am 3. September auf dem Vellmarer Rathausplatz stattfinden soll.

Kontakt: Firma Hillus Engineering KG Krefeld, Telefon 0 21 51/93 70 70.

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