Anwohner verärgert

Zufahrt zugeparkt: „Retter kommen nicht durch“

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Verärgert: Martin (mit Sohn Mattis) und Doris Simon sowie Christian Gumnior (von links) beklagen die Parksituation vor dem Sportkomplex. Der dortige Wendehammer (kleines Foto) und die Flächen vor den Häusern sowie der logopädischen Praxis werden oft komplett zugestellt.

Baunatal. „Wenn hier mal ein Rettungswagen hin muss, dann kommt er nicht durch“, sagt Martin Simon. Der Anwohner einer Stichstraße von der Stettiner Straße in Großenritte, die als einzige zum dortigen Sportkomplex führt, ist verärgert.

Wenn die Inline-Hockey-Teams Training oder Spiele in der Halle haben, dann gebe es in der schmalen Zufahrtstraße kein Durchkommen mehr, sagt der Familienvater. Häufig parkten Besucher oder Anhänger von Gastmannschaften den dortigen Wendehammer sowie eine Praxis für Logopädie und die Privatgrundstücke einfach zu.

Parkplätze fielen weg

Seit drei Jahren spielen die Baunataler Pinguine sowie andere Inline-Hockeymannschaften der Region in der ehemaligen Tennishalle. Mit dem Bau des angrenzenden Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) verschwanden auch die Parkplätze, die einst zu der Sporthalle gehörten. Ein Ersatz wurde von den neuen Hallenbetreibern nicht geschaffen. Laut Stadtsprecher Roger Lutzi müssten diese eigentlich 50 Stellplätze an dem Sportzentrum nachweisen.

Jeden Abend beim Trainingsbetrieb seien mittlerweile die Parkplätze der Praxis zugestellt, berichtet Logopäde Christian Gumnior. „Die stehen sogar auf den Behindertenparkplätzen.“ Schlaganfallpatienten beispielsweise müssten deshalb einen weiten Umweg laufen, weil sie vor der Praxis nicht abgesetzt werden könnten.

Verärgert: Martin (mit Sohn Mattis) und Doris Simon sowie Christian Gumnior (von links) beklagen die Parksituation vor dem Sportkomplex. Der dortige Wendehammer (kleines Foto) und die Flächen vor den Häusern sowie der logopädischen Praxis werden oft komplett zugestellt.

Zahlreiche Versuche, mit den Betreibern des Sportkomplexes und der Stadt eine Lösung herbeizuführen, seien gescheitert, sagen die Betroffenen einhellig. „Wir wurden immer wieder vertröstet“, so Martin Simon. Man glaube nicht mehr, dass sich was ändert.

Doch inzwischen scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Michael Frölich, einer der Betreiber des Sportzentrums, kündigt an, dass es eine Lösung zusammen mit dem benachbarten Medizinische Versorgungszentrum geben werde. Ein Vertrag zur Nutzung von Parkplätzen des MVZ stehe kurz vor der Unterzeichnung, sagt der Baunataler Mediziner.

Zugang durch den Zaun

 

Das bestätigt auch Hans-Günter Schafdecker, Sprecher des MVZ. Man wolle damit insbesondere der Stadt bei der Lösung des Parkplatzproblems helfen, sagt der Mediziner. Deshalb werde das MVZ dem Sportkomplex Parkfläche zur Verfügung stellen und gleichzeitig einen Zugang durch den Zaun schaffen, durch den die Besucher wieder bequem zu der Sporthalle kämen. Dadurch entfalle der Eingang von der engen Stichstraße aus. „Das ist eine gute Einigung“, sagt Schafdecker.

Das sehen auch die Vertreter der Stadt Baunatal so. Warum der Sportkomplex nie selbst Parkplätze geschaffen habe, wisse man nicht, sagt Stadtsprecher Lutzi. Zwischenzeitlich sei mal ein Antrag für den Bau eigener Parkplätze gestellt worden. Doch dazu sei es nie gekommen.

Von Sven Kühling

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