Sanierung für 663.000 Euro

Rettungsplan für Elmshagener Dorfkirche

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Die Schwachstellen im Blick: Helmut Krug (Förderkreis Nisi domus), Pfarrer Stefan Weiß und Jürgen Seidel (Förderkreis) hoffen, dass die Elmshagener Kirche (links) schon 2014 zur Baustelle wird. Es fehlen noch verbindliche finanzielle Zusagen.

Schauenburg. Ein zu schmalbrüstiges Fundament auf unsicherem Boden, unzureichende Reparaturversuche aus alter Zeit und die Stürme von Jahrhunderten haben ihre Spuren in und an der Elmshagener Kirche hinterlassen. 

Der schiefergedeckte Turm ist zerzaust. Die Heizung marode. Die Außenmauer wölbt sich zur Seite und nach außen. Fingerbreite Risse klaffen zwischen den Steinen. Auch im Kirchenschiff tun sich Spalte in den Wänden auf. Feuchtigkeit ist ein ständiger Feind.

Doch nun hat die 250 Mitglieder zählende kleine Kirchengemeinde von Elmshagen einen Rettungsplan aufgestellt, um ihr Gotteshaus vor dem Verfall zu bewahren. Der wird teuer. Das vorläufige Finanzierungskonzept, für das eine Reihe von Gutachten die Grundlage lieferte, veranschlagt die Sanierungskosten auf 663.000 Euro. Und damit würden nur die nötigsten Arbeiten erfasst, sagt Pfarrer Stefan Weiß. Dazu zählt die Sanierung des tragenden Holzgebälks des Fachwerkaufbaus der Kirche. „70 Prozent der Balken sind faul“, sagt Jürgen Seidel vom neu gegründeten Förderkreis der Kirche. Ob die veranschlagte Summe das letzte Wort ist, bleibt offen: Unter den Farbschichten des Kirchenschiffs wurden alte Inschriften von 1690 entdeckt. Nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere Überraschungen geben wird.

In einem Monat wird voraussichtlich die Vorentscheidung darüber fallen, ob die von der Gemeinde erwarteten Zuschüsse von der Landeskirche, dem Kirchenkreis und dem Land Hessen auch wirklich fließen werden. Weiß rechnet allein mit Denkmalfördermitteln von 200 000 Euro. Er schätzt, dass die Arbeiten frühestens 2014 beginnen können. „Dann wollen wir das aber in einem Rutsch durchziehen“, sagt Seidel. Ein Jahr werde die Kirche geschlossen bleiben, der Gottesdienst ins Dorfgemeinschaftshaus verlegt.

Von der kleinen Kirchengemeinde erfordert die Sanierung einen finanziellen Kraftakt. Nicht nur die Rücklagen von gut 17.000 Euro werden benötigt. Weitere 15.000 Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden. Darum will sich der Förderkreis kümmern.

Durch Feiern, Konzerte und den Verkauf von Kleinigkeiten wie der schon im Rahmen der Aktion „Dolles Dorf“ bekannt gewordenen Super-Praline soll Geld hereinkommen. 2000 Euro Spenden sind schon zusammengekommen.

Seidel hofft, dass im Zuge der Sanierung die Baugeschichte der Kirche noch ergänzt werden kann. Man wolle dafür einen Bauforscher engagieren, der die Arbeiten begleitet.

Info und Kontakt: Förderkreis Nisi domus, Ralf-Dirk Walz, Tel. 05601/87617, www.kirche-elmshagen.de

Von Peter Dilling

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