Heimatmuseum Hessenstube in Altenritte zeigt gusseisernen Küchenhelfer mit Aufschrift

Rezept steht auf altem Waffeleisen

Rezept auf dem Oberteil: Waffeleisen in der Hessenstube.

Baunatal. Dieses Rezept kann nicht verloren gehen: Bei dem historischen Waffeleisen, das im Heimatmuseum Hessenstube in Altenritte gezeigt wird, stehen die Zutaten auf dem Deckel. Man nehme: 1,5 Kilogramm Mehl, ein halben Liter Milch, 6 bis 8 Eier, ein halbes Kilogramm Butter und 20 Gramm (1 Löffel) Hefe.

Die heute in den meisten Rezepten ebenfalls verwendete Zutat Zucker ist hier nicht enthalten. Das „Ökonomische Handbuch für Frauenzimmer“, ein Kochbuch aus dem Jahr 1809, beinhaltet ebenfalls ein Waffelrezept ohne Zucker. Auch der Kochbuch-Klassiker von Henriette Davidis (1801 bis 1876), der 1877 bereits in der 22. Auflage erschien, enthält ein zuckerloses Rezept.

Die Herstellung von Teigplatten (Oblaten) in Klöstern gilt als Vorläufer der Waffelbäckerei. Im Deutschen Wörterbuch, das die Brüder Grimm ab dem Jahr 1838 verfassten, wird die Waffel als uraltes niederfränkisches Fest- und Fastengebäck beschrieben.

Töpfe und Kessel wurden früher nicht auf die Herdplatten gestellt, sondern durch Öffnungen, die sich in den Herdplatten befanden, ins Innere des Herdes gehängt. Ofenringe regulierten dabei die Größe der Öffnungen zum Feuerraum. Auch das gusseiserne Waffeleisen wurde in den Herd eingehängt.

Das Oberteil, auf dem das Rezept zu lesen ist, kann hochgeklappt werden, um den Teig einzufüllen. Der Bereich, in dem die Waffel gebacken wird, ist drehbar gelagert, damit von beiden Seiten Hitze zugeführt werden kann. Die fertige Waffel setzt sich aus fünf gleich großen Stücken zusammen, die die Form von Herzen haben.

Das Stadtmuseum Baunatal im Mühlenweg 4 und das Heimatmuseum Hessenstube in der Ritter Straße 1 in Altenritte werden sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt: Stadt Baunatal, Rathaus, Stadtarchiv, Tel. 0561/4 99 21 37, Infos unter: www.baunatal.de

Von Bettina Wienecke

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