Rentner aus Helsa sollte für falsche Telefonauskunft bezahlen

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Ärger mit der 11 8 33: Udo Tiggemann sollte für eine falsche Telefon-Auskunft zwölf Euro bezahlen. Die HNA wandte sich für ihn erfolgreich an die Deutsche Telekom.

Helsa. Mit einer breit angelegten Werbekampagne präsentiert sich die Telekom-Auskunft bundesweit als Helfer in allen Lebenslagen. Dass ein an die „Helferline 11 8 33“ gerichtetes Auskunftsbegehren aber auch einmal gründlich danebengehen kann, hat Udo Tiggemann aus Helsa jetzt erfahren.

Der 75-jährige Rentner aus der Siedlung Waldhof sollte für eine einzige, letztlich auch noch erfolglose Telefonauskunft mehr als zwölf Euro bezahlen.

„Mir will die Telekom eine Auskunft verkaufen, die keine ist“, sagte Tiggemann der HNA. Er wolle seine ärgerliche „Begegnung der dritten Art“ öffentlich machen, um andere Leute vor Schaden zu bewahren.

Was ist passiert? Ende Juli erkundigte sich Udo Tiggemann bei der Telekom-Auskunft mit sehr präzisen Angaben nach der Rufnummer einer Teilnehmerin aus Immenhausen.

„Ich habe das erste Mal seit 30 Jahren wieder einmal die Auskunft angerufen“, sagte der frühere Taxiunternehmer und Imbisshallenbetreiber. Ihm wurde daraufhin von der 11 8 33 im Eiltempo eine - wie sich später herausstellte - falsche Telefonnummer angesagt.

„Die Nummer konnte ich so schnell nicht einmal notieren“, sagt Udo Tiggemann.

Während seiner anschließenden Reklamation erhielt der Rentner die Auskunft, dass für die gesuchte Teilnehmerin überhaupt kein Eintrag besteht.

Eine Telefonnummer sei deshalb nicht bekannt. Und weiter: Das mehrminütige Reklamationsgespräch könnte so um die zwölf Euro kosten, habe ihm die Ansagerin außerdem mitgeteilt. Erster Anruf kostenpflichtig, zweiter Anruf kostenpflichtig, Reklamation zwölf Euro – Udo Tiggemann, dem die Telekom-Auskunft zwischenzeitlich „wegen der Unannehmlichkeiten“ einen Rubbel-Gutschein über fünf Euro übersandte, verbarg seine anhaltende Verärgerung nicht: Alles müsse storniert oder ihm ersetzt werden, weil keine Leistung dahinter stehe, sagte der Rentner.

Jetzt hat sich das Blatt doch noch zum Guten gewendet: „Herr Tiggemann bekommt sein Geld zurück, die zusätzlichen Kosten werden mit der folgenden Telefonrechnung ausgeglichen“, sagte Andre Hofmann, Pressesprecher der Deutschen Telekom AG, den die HNA um eine Stellungnahme gebeten hatte.

Man müsse grundsätzlich immer für eine Auskunft zahlen, auch wenn es keinen Eintrag gebe, sagte Hofmann. In diesem Fall, so der Sprecher weiter, sei aufgrund der offenkundig falschen Auskunft jedoch eine Kulanzentscheidung im Sinne des Kunden getroffen worden.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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