Riesiges Interesse an Windrädern am Sandershäuser Berg

Niestetal. Wie wichtig das Thema Windkraft in der Region ist, zeigte sich am Sonntag: Über 1000 Menschen kamen auf die Großbaustelle der Städtischen Werke in Niestetal, um sich über den Bau der 200 Meter hohen Windräder am Sandershäuser Berg zu informieren.

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„Wir sind zufrieden. Die Wahl des Standortes am Warpel in der Söhre war richtig“, zieht Projektleiter Lars Rotzsche Bilanz, als er eine Gruppe über die Baustelle führt. In drei Wochen seien vier Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt worden. Das sei gewesen, bevor im Januar ein Blitz in eines des Windräder einschlug. Jetzt muss eines der dortigen Windräder repariert werden. Das passiert aber erst, wenn die beiden Rotoren auf dem Sandershäuser Berg stehen. Eine Anlage ragt bereits in den Himmel. Das zweite Windrad soll in der kommende Woche fertig werden. Dafür hievt ein Spezialkran die Teile in die Höhe.

Führung über die Großbaustelle: Projektleiter Lars Rotzsche zeigt einer Gruppe von Besuchern die Arbeiten auf dem Gelände.

Derzeit liegen die Turmsegmente und die Nabe noch auf Lastwagen. Das nutzen die Besucher, um die gigantischen Teile aus der Nähe zu betrachten. Außerdem standen sie Schlange, um in den Fuß der Drei-Megawatt-Anlage zu gelangen. Dort gibt es einen Aufzug für Service-Mitarbeiter. Andere informieren sich bei den Bürgergenossenschaften.

Gegner versammeln sich an der Haltestelle, von der aus Pendelbusse die Besucher zu den Windrädern bringen. „Wir wollen, dass mehr Geld in die Forschung gesteckt wird“, sagt Johannes Jungton von der „Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik“. Es müsse eine Möglichkeit gefunden werden, den Strom zu speichern. Derzeit sei es so, dass wenn kein Wind wehe, es auch keinen Strom gebe. Auch Mitglieder der Bürgerinitiative „Lebenswertes Helsa“ waren vor Ort. Sie demonstrieren gegen vier geplante Windparks.

„Wir sind gegen die Umzingelung von 28 Windrädern“, sagt Ralf Schwendt, Sprecher der Initiative. Der Abstand eines Windrades zu einem Ort müsse das Zehnfache der Höhe betragen - bei 200 Meter hohen Anlagen also zwei Kilometer. Derzeit sei aber nur ein Kilometer Abstand geplant.

Bilder vom Windpark am Sandershäuser Berg

Bei den Besuchern des Infotages wird die Windkraft hingegen positiv gesehen. „Ich finde saubere Energie sowie die Beteiligung und Nutzung in der Region super“, sagt die 28-jährige Nadine Finn, die Umweltingenieurwesen studiert. Auch Vera Morrissey (63) findet es sinnvoll, Windkraft zu nutzen. „Wir wollen die Umwelt für unsere Enkel sauber halten.“

Von Magdalena Dräger

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