Drei Firmen übernehmen im Dezember die Buslinien der Bahntochter, die bis 2016 abgewickelt wird

RKH-Busse verschwinden bald

Ende absehbar: Bis 2016 wird die Regionalverkehr Kurhessen GmbH mit Sitz in Kassel abgewickelt. Die 400 Busse des Unternehmens werden verkauft, die verbliebenen Mitarbeiter sollen in anderen Bereichen der Deutschen Bahn untergebracht werden. Archivfoto: Malmus

Kreis kassel. Noch sind sie überall im Landkreis Kassel zu sehen, die roten Busse der Regionalverkehr Kurhessen GmbH (RKH). Doch spätestens im Dezember dieses Jahres werden die Fahrgäste zwischen Naumburg und dem südniedersächsischen Staufenberg merken, dass es mit dem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn zu Ende geht.

Nicht mehr beteiligt

Mit dem Fahrbahnwechsel am 9. Dezember verschwinden sämtliche roten Busse von der Bildfläche. Der Grund: Die RKH, die viele Jahre alle Linien bediente, hat sich nicht mehr an der jüngsten Ausschreibung der Verkehrsleistungen durch den Nordhessischen Verkehrs-Verbund (NVV) beteiligt.

Firma wird abgewickelt

Bis 2016 wird das Verkehrsunternehmen, das seinen Sitz in der ehemaligen Jägerkaserne in Kassel hat, abgewickelt.

Wie Geschäftsführer Thomas Prechtl unlängst mitteilte, hat die RKH in den Jahren 2010 und 2011 einen Verlust von 11,3 Millionen eingefahren. Bis 2016 rechnet man in der Bosestraße mit weiteren 19 Millionen Euro Miesen. Prechtls Fazit: Das Unternehmen ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Schuld gibt die RKH-Spitze den Gewerkschaften, die eine Lohnsenkung für die 560 Beschäftigten abgelehnt hatten. Die Gespräche waren im Herbst 2011 gescheitert.

Anstelle der RKH-Busse werden ab Dezember nun drei andere Unternehmen die Buslinien bedienen.

• Den Zuschlag für die stark genutzten Linien 51 und 52 sowie die neuen Linien 53 und 55 zwischen Schauenburg und dem Gewerbegebiet Sandershäuser Berg bei Niestetal hat die HLB Hessenbus GmbH erhalten, ein Tochterunternehmen der Hessischen Landesbahn GmbH.

Am Standort Kassel betreibt die Firma 37 Busse.

• Im Bereich der Gemeinden Nieste, Niestetal und Staufenberg ist künftig die Deutsche Bahn unterwegs, und zwar in Gestalt ihres Tochterunternehmens Busverkehr Hessen (BVH). Deren Fahrer, die nach dem Tarifvertrag der privaten Omnibusbetriebe in Hessen bezahlt werden, erhalten 25 Prozent weniger Geld als ihre Kollegen bei der RKH.

• Der Schulbusverkehr zwischen Schauenburg und Baunatal und die Buslinien im Bereich Naumburg und Bad Emstal übernimmt mit dem Fahrplanwechsel die Firma Reisedienst Bonte mit Sitz in Schwalmstadt.

Das 1964 gegründete Unternehmen aus der Schwalm wickelt im Auftrag des NVV heute bereits einen Teil des öffentlichen Busverkehrs im Schwalm-Eder-Kreis ab. HINTERGRUND/ DAS SAGT

Von Peter Ketteritzsch

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