Pfarrer Johannes Barth moderierte den Kaufunger Silvesterlauf und tauschte den Talar gegen das Mikrofon

Rollentausch im Stundentakt

Professionell: Hinter dem Mikrofon gab Johannes Barth als Moderator des Kaufunger Silvesterlaufs ein gutes Bild ab. Da der 41-Jährige selbst schon zweimal mitlief und aktiv bei der LG Kaufungen ist, kam dieser „Job“ zustande. Fotos: Glass

Kaufungen. Im Reden ist er geübt. Als Pfarrer ist das eine seiner Hauptaufgaben. Allerdings steht Johannes Barth dann zumeist in einem anderen Umfeld: hinter der Kirchenkanzel und vor den Gottesdienstbesuchern.

Vor wenigen Tagen profiliert sich der 41-Jährige in einer neuen Rolle: als Moderator des Kaufunger Silvesterlaufes. Dass er die Leute unterhalten kann, beweist er dabei souverän. „Und Sie sind Mr. Clown?“, fragt er beispielsweise einen Läufer mit rot gelockter Perücke, der sich neben den anderen Sportlern dicht hinter der Absperrung drängt. Nach dessen Antwort schwenkt der Pfarrer sein Mikrofon zu Lohfeldens Verwaltungschef Michael Reuter, der ebenfalls in Kaufungen an den Start geht. Ein kleiner Plausch, eine kurze Überleitung und ab zum Nächsten - professionell.

Tochter Sophie findet’s witzig

Von seinen Fähigkeiten als Moderator ist auch Johannes Barths jüngste Tochter Sophie  überrascht: „Das ist witzig, wie Papa das macht“, sagt die Neunjährige, die kurz zuvor die 800-Meter-Strecke der Kinder hinter sich gebracht hat.

Familie Barth ist sportlich: Auch der Papa hält sich mit Laufen fit. Allerdings geht es ihm dabei nicht um Zeiten: Fitness und Ausgleich sind seine Motivation.

Nachdem die letzten der knapp 700 Läufer den Start-Checkpoint am Hessenring passiert haben, schaltet Johannes Barth erst einmal sein Mikrofon aus, legt es beiseite und haucht sich in die Hände. „Eiskalt“, sagt er. Kein Wunder, es sind Temperaturen unter null mit beständigem Schneefall. Inzwischen ist es kurz vor 15 Uhr - mehr als eine Stunde lang hat Barth am Stück moderiert. Die Pause tut daher gut.

Silvestergottesdienst

Vor allem auch deshalb, da der 41-Jährige in wenigen Stunden den Moderator wieder gegen den Pfarrer austauscht: Bereits um 18 Uhr steht Johannes Barth hinter der Kanzel und hält den Silvestergottesdienst in der Stiftskirche. „Sicher“, sagt der dreifache Familienvater, „das ist schon extrem.“ Wichtig sei ihm daher, dass er zuvor noch ein paar Minuten nur für sich selbst habe. „Sich besinnen, in sich gehen“, sagt er. Und das ist später auch Thema beim Gottesdienst, in dem es hauptsächlich „um den Weg“ geht, symbolisch betrachtet. „Der, der hinter uns liegt, und der, der vor uns liegt“, sagt der Pfarrer. Zeit zum Innehalten, gerade beim Jahreswechsel - die will Barth den Kirchenbesuchern schenken.

Sohn hat entschieden

Wie er selbst den Jahreswechsel verbringt? „Das hat unser Sohn entschieden“, sagt er und lacht. Denn Tobias hat am Silvestertag Geburtstag, „er ist heute dreizehn geworden und hat sich gewünscht, dass wir gemeinsam mit Freunden in Großalmerode feiern“, erzählt der 41-Jährige. Er selbst wünscht sich ein besinnliches und ruhiges Fest.

Denn fit sein muss er am Neujahrstag auch wieder: Dann heißt es packen. Gemeinsam mit seiner Familie und 63 Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Oberkaufungen geht es tags darauf für eine Woche lang zur Ski-Freizeit nach Graubünden in die Schweiz. Und dort schlüpft Pfarrer Johannes Barth dann wieder in eine andere Rolle: Auf Skiern macht er gemeinsam mit den anderen Kaufungern die Pisten unsicher.

Von Vera Glass

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