Rollstuhl aus Baunatal soll Treppen steigen

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Ein besonderer Rollstuhl: Das Gefährt soll Hindernisse überwinden und Treppensteigen können. Marco Bauer (von links), Eberhard Langheinrich, Phil Löber und Julian Kießler arbeiten an dem Gerät, an dessen Entwicklung mehrere Firmen beteiligt sind. 

Baunatal. „Wir hoffen, dass der Rollstuhl bis zu unserer Schau funktioniert“, sagt Konrad Klein. Der Rollstuhl, den der Projektleiter der Maschinenbaufirma Albert Koch aus Altenritte meint, soll Außergewöhnliches können: Treppensteigen und über Hindernisse gehen zum Beispiel.

Das Gerät will das Netzwerk „Die Maschinenbaupartner“, das die Altenritter Firma 2006 ins Leben gerufen hat, bei einer Messe am Freitag, 16. November, ab 9 Uhr mit vielen anderen Dingen - vom Vize-Weltmeister-Motorrad bis zur Robotik AG der Theodor-Heuss-Schule - präsentieren.

Kompetenznetzwerk Maschinenbaupartner - was sich zunächst vielleicht etwas theoretisch anhört, ist eigentlich eine sehr einfache Sache. Mittelständische Betriebe und Bildungseinrichtungen arbeiten zusammen. Wo der eine etwas nicht kann, springt ein anderer ein. 26 Firmen und Institutionen vorrangig aus Nordhessen, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands gehören dem Verbund inzwischen an. Gegenseitig werden Aufträge weitergegeben und Ansprechpartner vermittelt.

Auf diese Weise sei das Netzwerk entstanden, sagt Netzwerkmanager Volker Nicolai. 2006 habe die Firma Koch einen Auftrag für den Bau eines Teststandes für ein Teil an den Tragflächen des neuen Airbus A 380 bauen sollen. Das sei in der geforderten Zeit ohne Hilfe nicht machbar gewesen, so Nicolai. „Unter anderem haben wir die Uni Kassel dazu genommen.“

Rollstuhl soll Treppen steigen

Wie wichtig der Teststand aus Baunatal für die Milliarden schwere Produktion des Riesen-Flugzeugs war, machen Nicolai und Klein deutlich. Wenn das Tragflächenteil unter der 30-Tonnen-Belastung kaputt gegangen wäre, dann hätte der Flugzeugbauer die gesamte A-380-Produktion um ein Jahr verschieben müssen.

Die Kooperation innerhalb des Netzwerkes, die Weitergabe von Aufträgen beruhen auf Vertrauen. Das machen die Mitarbeiter immer wieder deutlich. „Wir holen uns Partner zusammen, die eine ähnliche Geisteshaltung haben“, sagt Nicolai. Ziel sei es, die Maschinenbaupartner als Marke zu etablieren. „Wir wissen, wir können uns auf die Beteiligten verlassen.“ Besonders engagiert ist die Firma Koch zudem im Ausbildungssektor. Zu insgesamt 60 Beschäftigten kommen zehn Auszubildende.

Von Sven Kühling

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