Gutachten sollen klären, ob die Verbindung zwischen Schauenburg und Baunatal erhalten werden kann

Bus 58 rollt weiter ins Ungewisse

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Zukunft unklar: Ein 58er-Bus in Hoof. Gutachten sollen nun klären, ob die Linie zu vertretbaren Kosten über das Jahresende hinweg erhalten werden kann.

Schauenburg/Baunatal. Die Zukunft der Buslinie 58, die Schauenburg und Baunatal verbindet, ist weiterhin offen. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) will die Linie wegen zu hoher Kosten im Dezember einstellen.

Gemeinde Schauenburg und Stadt Baunatal möchten sie erhalten. Nachdem aber bei ersten Kalkulationen eine halbe Million Euro unter dem Strich stand, wird nun nach neuen Wegen gesucht. Ein Verkehrsgutachten soll dabei helfen.

Der Landkreis Kassel, zuständig für den überregionalen Verkehr, den der NVV ausführt, hat Ende Juni gleich zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Das bestätigte Sprecherin Ute Jäger.

Zum einen soll ein Verkehrsplanungsunternehmen generell untersuchen, wie die Verbindung zwischen den Kommunen – von Elmshagen bis Großenritte und Baunatal-Stadtmitte – bezahlbar erhalten werden kann, beispielsweise durch andere Streckenführungen. Zum zweiten soll geprüft werden, wie die Linie mit dem Stadtverkehr Baunatal koordiniert werden könnte. Bis Anfang August sollen Ergebnisse vorliegen.

Verknüpfung mit dem Stadtverkehr – diese Idee war schnell in den Köpfen. Doch 500.000 Euro seien zuviel, daran lässt Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub keinen Zweifel. Er wie seine Kollegin Ursula Gimmler (Schauenburg) hoffen nun auf eine günstigere Variante.

Kosten entscheiden

„Der Wille war von Anfang an da“, betont Schaub. Jedoch: Dass nun Gutachten erstellt werden, bedeute keinesfalls, dass die Buslinie 58 auf jeden Fall gerettet werde. Es hänge, wie gesagt, an den Kosten.

Vor allem in den ruhigeren Stunden – nach dem Schulbeginn – seien die Busse der RKH (Regionalverkehr Kurhessen) kaum besetzt, so die Feststellung des NVV. Im Durchschnitt seien die Fahrzeuge in dieser Zeit mit 0,5 Fahrgästen unterwegs.

300 Passagiere registrierte der NVV durchschnittlich an einem Tag auf der Linie 58. „Davon waren allein 250 Schüler“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. Für die Kinder und Jugendlichen soll sich mit dem Fahrplanwechsel allerdings nichts am Angebot ändern. Eine neu geschaffene Linie 59 soll laut Herms vormittags und nachmittags die Fahrten der Linie 58 übernehmen.

Um die 58 zu behalten, sollte die Gemeinde allerdings 100.000 Euro zusätzlich aufwenden. Dazu sieht sich das seit Jahren klamme Schauenburg nicht in der Lage, deshalb stimmte vor einigen Monaten auch das Gemeindeparlament mehrheitlich für das 58er-Ende. Insgesamt gibt die Kommune momentan 96.000 Euro für den ÖPNV aus.

Viele Bürger wollen keinesfalls nicht auf die roten Busse verzichten. Deshalb wurden in Schauenburg mehr als 400 Unterschriften für den Erhalt der Linie gesammelt.

Von Ingrid Jünemann

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