Beim politischen Aschermittwoch gab‘s Saures für alle

Herzlichen Glückwunsch: SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel gratulierte Günter Lenke (82) zu seiner 40-jährigen Parteizugehörigkeit. Mit auf dem Bild sind der Ortsvereinsvorsitzende Hans-Werner Eckhard (von links), Organisator Dieter Birkelbach und Timon Gremmels. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Zimperlich ging Thorsten Schäfer-Gümbel während des politischen Aschermittwochs in Lohfelden wahrlich nicht zu Werke. Den finanziellen Rettungsschirm, den die Landesregierung als wirtschaftliche Hilfe für überschuldete Kommunen aufgespannt hat, kommentierte er mit einem Vergleich.

„Das ist, als ob ihnen eine halbe Sau geklaut wird und sie dafür ein Gehacktesbrötchen zurückbekommen“, sagte der SPD-Landeschef im ausverkauften Bürgerhaus. Mit der „Gurkentruppe in Wiesbaden und Berlin“ ging es ähnlich jovial weiter. Die wüssten bei ihrem Zickzack-Kurs ohnehin nicht, was sie wollen, rief der erklärte Herausforderer von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) einen amüsierten Genossen zu.

Es sind noch 19 Monate bis zur Landtagswahl, eigentlich noch zu früh für soviel Wahlkampfgetöse. Aber der Spitzenkandidat nutzt offensichtlich den Rückenwind günstiger Umfrageergebnisse, um seine Partei rechtzeitig auf dem Weg zu einem politischen Wechsel mitzunehmen. Hessen brauche eine „moralische Erneuerung“, formuliert Schäfer-Gümbel, „mit mehr Solidarität, mehr sozialem Ausgleich und mehr Gerechtigkeit“. Beifall kommt auf, als der Spitzenkandidat verspricht, dass jeder Jugendliche bis 2020 die Schule mit einem Abschluss verlassen soll, wenn eine von ihm geführte Landesregierung die Verantwortung im Lande übernehme.

Politischer Aschermittwoch in Lohfelden

Ulrike Gottschalk hatte sich als „Rote Hexe“ für eine eher launige Büttenrede mit „Anekdoten aus Berlin“ entschieden. Sie habe in der Hauptstadt ein „Wulff-Syndrom“ ausgemacht, sagte die Bundestagsabgeordnete. Das führe dazu, dass Kunden in Supermärkten aus Sorge um eine Vorteilsannahme ihre Rabattmarken zurückgeben. In der Berliner SPD-Fraktion, spaßte die Abgeordnete weiter, kündige sich noch mehr Nachwuchs an, so dass bald kleine „Sozis“ durch den Bundestag laufen werden.

Auf der Bühne glänzten noch einmal Showgruppen und Büttenredner aus dem aktuellen Programm des Frauenkarnevals, diesmal verstärkt durch die drei nordhessischen Tenöre. Zuvor hatte „Karle“ Schäffer das örtliche Geschehen unter die Lupe genommen. Über Lohfelden sei durch die gelb-roten Absperrschilder in allen Fernsehprogrammen berichtet worden, unkte das Urgestein der SPD. Auch die Vollmarshäuser bekamen eine Breitseite ab. Die könnten mit 30 Käsesorten und „so viele Wurst“ im neuen Nettomarkt doch gar nichts anfangen, lästerte Schäffer. Die während der Veranstaltung verloste Reise nach Berlin gewann Detlef Köthe, der Gewinn einer Reise in die hessische Landeshauptstadt ging an Ingrid Wenzel. (ppw)

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