Narrengericht verurteilte Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck zu Büttenrede

„Rote Hexe“ schuldig gesprochen

Beteuerte ihre Unschuld: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalk stand vor dem Narrengericht der 1. Großen Karnevalsgesellschaft in Lohfelden. Mit auf dem Bild stehen (von rechts) Staatsanwalt „Scharfmacher“ (Peter Harz), Richter „Willkür“ (Gerhard Hasenkamp) und Verteidiger „Advokat Winkel“ (Dieter Schelkmann). Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. In Lohfelden haben die Narren die Macht übernommen: Am Sonntag stürmte die Prinzengarde der 1. Großen Karnevalsgesellschaft das Rathaus und nahm Bürgermeister Michael Reuter fest.

Den Gardemädchen fiel auch das in mehreren Säcken verstaute Barvermögen der Gemeinde in die Hände. Schließlich gelang es ihnen, im Rathaus die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalk festzusetzen. Die im Karneval als „Rote Hexe“ bekannte Politikerin zeigte, wie Michael Reuter, während ihrer „Verhaftung“ und der anschließenden Verhandlung des Narrengerichts, viel Sinn für Humor.

Geld übergeben

Auf dem Rathausplatz waren die Garden der Karnevalsgesellschaft angetreten und viele Lohfeldener dabei, um das närrische Spektakel live mitzuerleben. „Ich habe das Geld ungeprüft übergeben, weil es für einen guten Zweck ist“, sagte Bürgermeister Michael Reuter mit einem Augenzwinkern.

Karneval-Prinz Ulli I. verteilte den süßen Inhalt der Geldsäcke anschließend an die Kinder. Dann begann die Open-Air-Sitzung des mit leibhaftigen Juristen besetzten Narrengerichtes. „Staatsanwalt Scharfmacher“ (Jugendstaatsanwalt Peter Harz) klagte Ulrike „Uli“ Gottschalk scherzhaft wegen heimtückischer Hexerei, des Führens eines ungenehmigten Luftfahrzeugs (Hexenbesen) und wegen Dauerschwätzerei im Bundestag an. Die mit einem Hexenbesen vor dem Gericht am Boden kauernde, permanent zu Scherzen aufgelegte „Angeklagte“ ließ die Vorwürfe mit deftigen Sprüchen an sich abprallen. „Wenn das mit der Hexerei wahr wäre, könnte meine Mandantin ja Freiherr von Googleberg in den Bayrischen Wald verhexen“, sagte Verteidiger „Advokat Winkel“ (Rechtsanwalt Dieter Schelkmann). Davon sowie von anderen Argumenten und lautstarken Unschuldsbeteuerungen der Angeklagten ließ sich „Richter Willkür“ (Amtsgerichtsdirektor i.R. Gerhard Hasenkamp) jedoch nicht beeindrucken. Sein Urteil: Die „Rote Hexe“ sei in allen Fällen schuldig und müsse bei einer Veranstaltung der 1. Großen Karnevalsgesellschaft im nächsten Jahr eine Büttenrede halten. (ppw)

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