Nach Sanierung von zwei Mehrfamilienhäusern

Rothwesten: Mehlschwalben können einziehen

So sehen sie aus: Dachdecker-Meister Ingmar Brede aus Schauenburg mit einem Doppelnest für Mehlschwalben.

Fuldatal. Ende gut, alles gut. Dies zumindest hofft Monika Hanika aus Rothwesten. In diesen Tagen wurden an den beiden sanierten Wohnblöcken der Erlenbusch-Siedlung neue Nester für Mehlschwalben angebracht.

Während der Bauarbeiten vor gut einem Jahr hatte sich Naturfreundin Hanika zusammen mit einem anderen Anwohner für die Zugvögel eingesetzt.

Seinerzeit zogen die Vögel in Nestern unter den Dachüberständen ihre Jungen auf. Durch die Arbeiten auch an den Fassaden würden die Tiere, die unter Schutz stehen, massiv gestört, lautete die Kritik von Hanika. Auch die Nester, zu denen die Zugvögel in Folgejahren zurückkehrten, seien geschützt.

Bis die Jungen ausgeflogen waren, wurde seinerzeit an einem der Mehrfamilienhäuser von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel ein Baustopp verhängt. Anschließend mussten allerdings die Nester entfernt werden, da die kompletten Hausfassaden wärmegedämmt wurden.

Jetzt, nach erfolgter Sanierung beider Wohnblöcke, also auch neue Behausungen für Mehlschwalben. Insgesamt 28 Doppelnester brachten Dachdeckermeister Ingmar Brede aus Schauenburg und sein Geselle Ronny Hanspach wettergeschützt ganz oben an den vier Fassaden an, die Mehrzahl im Innenhof zwischen beiden Gebäuden. Unter Spanplattenbrettern sind die Nester aus einem Beton-Holz-Gemisch befestigt. Zusätzlich ist unter jedem Doppelnest ein Kotbrett montiert.

Zufrieden: Monika Hanika vor einem der sanierten Mehrfamilienhäuser, unter deren Dachüberstand wieder Nester für Mehlschwalben montiert wurden. Hanika hatte sich vor einem Jahr für die unter Naturschutz stehenden Tiere eingesetzt.

Damit solle die Fassade vor den Hinterlassenschaften der Tiere geschützt werden, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Insgesamt kosteten Material und Montage 3500 Euro. Den Auftrag habe der Landkreis „in Abstimmung mit dem Eigentümer“ vergeben, der die Kosten übernehme.

Dass jetzt wieder Schwalbennester an den Hausfassaden hängen, „freut mich, das finde ich gut“, sagt Harald Grubschat, der die Wohnungen für den Architekten Jochen Hohmann aus Künzell vermietet. Hohmann hatte drei Millionen Euro in die Sanierung der ehemaligen Soldatenwohnungen investiert.

Anwohnerin Monika Hanika hatte bei der Unteren Naturschutzbehörde in den zurückliegenden Monaten wiederholt den Stand der Dinge erfragt. Die Auflage zum Anbau der Ersatznester ist ganz in ihrem Sinne. Jetzt hoffe sie, dass die Zugvögel zurückkehren und die neuen Behausungen annehmen. „Ich bin gespannt.“

Von Michael Schräer

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