Mobiler Service löst Niederlassung an Karl-Marx-Straße ab - Fester Standort im Gespräch

Rothwesten: Post schließt

Bald Vergangenheit: Die kleine Postfiliale in der Karl-Marx-Straße in Rothwesten. Foto: Sommerlade

Fuldatal. Nicht nur vom Jahr 2012 verabschiedet sich Rothwesten am 31. Dezember. Auch die Filiale der Deutschen Post schließt offiziell und wird vorerst durch einen mobilen Postservice ersetzt.

„Die Filiale in Rothwesten lohnt sich wirtschaftlich nicht, um sie weiter aufrechtzuerhalten“, sagt Alexander Böhm, Pressesprecher der Deutschen Post. Bei einer Zahl von unter 2000 Einwohnern sei die Post nicht verpflichtet, einen Standort anzubieten, erklärt er weiter. „Und das ist in Rothwesten nun leider der Fall.“

Gespräche mit Partnern

Trotzdem gibt es bereits Gespräche mit ortsansässigen Geschäftspartnern, um einen neuen festen Standort zu realisieren, der mit weniger Kosten verbunden ist. „Dazu können wir aber erst Anfang 2013 etwas näheres sagen“, sagt Alexander Böhm.

Wie aber sieht so ein mobiler Postservice aus? „Der Postbote bringt wie gewohnt die Post, nimmt aber gleichzeitig auch Briefe und Pakete entgegen“, erklärt Böhm. Vor allem für ältere Menschen sei es eine Erleichterung, da ihnen der Gang zu Poststelle und Postkasten erspart bleibt. Und wo bekommt man in Zukunft die Briefmarken her? „Der Postbote hat alles Notwendige dabei“, sagt Böhm. Was aber, wenn man nun den Postboten verpasst oder seine genauen Arbeitszeiten nicht kennt? „Dann klebt man einfach einen Zettel an den Briefkasten mit der Bitte zu klingeln“, antwortet Alexander Böhm.

Verständnis für die Schließung der Postfiliale in ihrem Heimatort haben die Mitarbeiterinnen Heike Recker und Elke Lippold. Allerdings nur, wenn es um die wirtschaftlichen Aspekte geht. „Was ist aber mit der sozialen Komponente?“, fragt Heike Recker, die seit der Eröffnung der Filiale im August 2008 dabei ist. Beiden Mitarbeiterinnen wurde schon gekündigt.

„Service unbezahlbar“

Auch wenn die Postfiliale nicht die erwünschten wirtschaftlichen Erfolge erfüllt hat, so ist der Service oft unbezahlbar gewesen. „Die Menschen kennen uns hier sehr gut“, sagt Elke Lippold. Vor allem die älteren Mitbürger haben oft Fragen und benötigen die eine oder andere Hilfestellung. „Etwa wenn die Augen schlechter werden und wir für sie die Paketaufkleber ausfüllen“, nennt Heike Recker ein Beispiel. „Die Menschen vertrauen uns. Und das ist ja gerade das Schöne an der kleinen Postfiliale in Rothwesten.“ Bisher hatte die Filiale montags bis samstags von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

Von Anthoula Grigoriadou

Das sagt die Gemeinde Fuldatal

„Der Gemeindevorstand ist von der Post AG über die Schließung der Filiale in Rothwesten informiert worden, hat sich gegen diese Pläne gewandt und eine Ersatzlösung gefordert“, sagt Fuldatals Hauptamtsleiter Klaus Exner. Als möglichen Betreiber einer Post-Agentur habe die Gemeinde den Rewe-Markt ins Gespräch gebracht. Seitens der Post sei mitgeteilt worden, dass man sich in Gesprächen befinde. „Wir hoffen sehr darauf, dass eine Agentur in Rothwesten betrieben wird, somit ein Angebot, das attraktiv und kundenfreundlich ist“, sagt Exner.

Die Gemeinde lege in der Zwischenzeit aber Wert auf den von der Post angekündigten mobilen Service. „Für uns ist dieser aber nicht mit einer Filiale oder Agentur vergleichbar“, betont der Hauptamtsleiter. Daher dränge man auf eine solche Lösung. Exner: „Uns sind aber die Hände gebunden, weil wir keine direkte rechtliche Handhabe gegen die Post AG haben.“ (mic)

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