Parlament für Plan

Beschluss: Windräder auf Lindenberg kommen

Schauenburg. Das Schauenburger Gemeindeparlament hat entschieden: Einen Windpark wird es demnach nur auf dem Lindenberg bei Breitenbach geben.

Aktualisiert am 14.12.
um 13.45 Uhr

Das Vorhaben auf dem Saukopf des Langenbergs zwischen Elmshagen und Breitenbach hingegen wurde aufgrund eines ausgeglichenen Stimmenverhältnisses von 16 zu 16 denkbar knapp abgelehnt. Somit ist der Weg frei für den Aufbau von insgesamt fünf Windrädern auf dem bewaldeten Gelände zwischen Breitenbach und Autobahn 44. Dort plant die nordfriesische Firma GP Joule Windanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern (Rotorspitze 200 Meter). Das Gelände, das 1000 Meter entfernt von den ersten Häusern beginnt, verpachten die Gemeinde sowie der Hoofer Landwirt Burkard von Kieckebusch. Dass beide Projekte in der Bevölkerung umstritten sind, spiegelte sich in der Gemeindevertretung wider. Die weitgehend sachliche Diskussion sorgte gemeinsam mit der Haushaltsdebatte für eine der längsten Parlamentssitzungen in der Geschichte Schauenburgs: Viereinhalb Stunden diskutierten die Fraktionen im Elgerhaus. Begleitet wurden sie dabei von rund 120 interessierten Bürgern. Einerseits lobten die Sprecher der Fraktionen das Engagement der kritischen Bürger. Auf der anderen Seite sprachen sie fast alle davon, von Gegnern der Projekte unter Druck gesetzt worden zu sein. „Wir haben viele Briefe bekommen“, sagte Monika Woizeschke-Brück von den Grünen. Einzelne Zuschriften seien im Ton abwertend gewesen „bishin zur Aggression“.

Sven Wille (CDU) sprach von Wunden, von Drohungen und Stimmungsmache. Norbert Banze (CDU) rang aufgrund der Belastung sogar mit den Tränen. Für ihn sei die Entscheidung „sehr emotional und sehr persönlich“, sagte er.

Während die CDU weitgehend für beide Projekte votierte, zeigte sich die SPD-Fraktion gespalten. Manfred Bollerhey sprach für den Aufbau der Windanlagen. Alexandra Werner nannte Argumente dagegen. Offensive-Fraktionschef Gerhard Schaumburg lobte das Engagement der Bürger beim Thema Windkraft. Die politische Willensbildung funktioniere in Schauenburg ganz hervorragend, sagte er. „Der Weg zu regenerativen Energien ist der einzig richtige“, betonte Bruno Leck für die Freien Wähler. „Es kann nicht das Prinzip gelten, überall können Windkraftanlagen entstehen, nur nicht in Schauenburg.“ Und Antonio Bassetto von den Linken ergänzte: „Windkraft brauchen wir auch in Schauenburg.“ Um Akzeptanz dafür zu behalten, dürfe die Energiewende bei den Bürgern aber nicht wie eine Dampfwalze ankommen. Burkard von Kieckebusch, Initiator des Saukopf-Projektes, gab sich am Tag nach der Sitzung ausgleichend. „Das Parlament hat das so entschieden“, sagte er. Mit dem Ja zum Lindenberg sei zumindest ein Kompromiss erzielt worden. Das Vorhaben Langenberg werde er nun nicht mehr weiterverfolgen. „Das wird zu den Akten gelegt.“

Von Sven Kühling

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