Freizeitheim des Landkreises ist geschlossen – Pächter wollte nicht verlängern

Rotte Breite steht zum Verkauf

Trostloser Anblick: Das Freizeitheim Rotte Breite in Nieste wurde zum Jahreswechsel geschlossen und soll nun verkauft werden. Das Pächterehepaar Sperber, das jahrelang das Heim mit viel Engagement geführt hat, bleibt bis zum Verkauf in dem Wohnhaus und hält Gebäude und Gelände in Schuss. Fotos: Stier

Nieste / Kaufungen. Jahrzehntelang hat das Freizeitheim Rotte Breite zwischen Nieste und Oberkaufungen Tausenden von Kindern und Jugendlichen naturnahe, erlebnisreiche Tage beschert. Doch nachdem die Einrichtung des Landkreises Kassel zum Jahreswechsel geschlossen worden ist, stehen die Gebäude jetzt zum Verkauf.

Uwe Pietsch, Leiter der Eigenbetriebe des Kreises, nannte mehrere Gründe für das Aus für die Rotte Breite. Das langjährige Pächterehepaar Sperber habe den auslaufenden Vertrag aus Altersgründen nicht verlängern wollen und gekündigt. Außerdem passe die zwar idyllisch am Waldrand gelegene, aber veraltete Anlage nicht mehr ins Konzept der Eigenbetriebe, erklärte Pietsch auf HNA-Anfrage. Die Betriebskommission habe sich daher im Vorjahr einstimmig für die Aufgabe entschieden.

36 Schlafplätze

Die Rotte Breite besteht aus einem Wohnhaus, einem Wirtschaftsgebäude und der Unterkunft mit 36 Schlafplätzen. Mehrere Tagungsräume hatten den Komplex auch für Seminare interessant gemacht; zuletzt war er vor allem von Vereinen sowie Schüler- und Jugendgruppen genutzt worden.

Schätzwert: 350 000 Euro

Die Schließung stehe nicht im Zusammenhang mit dem Spardiktat des Regierungspräsidiums Kassel angesichts der angespannten Haushaltslage des Kreises, betonte Pietsch. Die Eigenbetriebe wollten sich aber auf die nahe Jugendburg Sensenstein sowie die Häuser auf Sylt und in Berchtesgaden konzentrieren. Bei einer Schätzung wurde der Preis für die Rotte Breite auf 350 000 Euro taxiert. Als künftige Nutzung hält Pietsch ein Freizeitheim, aber auch ein Hotel für möglich. Allerdings müssten vom Käufer sicherlich noch gut 400 000 Euro investiert werden, um die Häuser auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Inzwischen haben fünf Interessenten die Unterlagen beim Kreis angefordert, ein konkretes Angebot ist aber laut Pietsch noch nicht eingegangen. Die Gemeinde Nieste, auf deren Gebiet das Freizeitheim steht, bedauerte die Schließung. Allerdings, so Bürgermeister Edgar Paul (SPD), seien damit keine negativen Auswirkungen auf den aufblühenden Tourismus in der Wandergemeinde verbunden. In der Rotten Breite wurden 2010 noch 4600 Übernachtungen registriert, im Jahr 2003 waren es noch 5100 gewesen.

Paul sagte dem Landkreis seine Unterstützung beim Verkauf zu, allerdings denke die Gemeinde Nieste nicht daran, das Objekt selbst zu nutzen. Immerhin könne auch über eine Vermarktung gemeinsam mit der nahen Königsalm nachgedacht werden.

Von Thomas Stier

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