Landwirte freuen sich über höhere Erträge – Gutsverwaltung Winterbüren größter Anbauer im Altkreis

Die Rüben liefern mehr Zucker

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Rübenacker: Betriebsleiter Thomas Bouwman (links) und Azubi Dominik Well nehmen Bodenproben, nachdem die Rüben gerodet wurden. Die Erde wird auf Fadenwürmer untersucht.

Fuldatal. Nach der Ernte ist vor der Aussaat. Kaum sind die Rüben auf dem Acker gerodet, denkt Thomas Bouwman schon an den Anbau auf dieser Fläche in drei bis vier Jahren.

Mit dem Auszubildenden Dominik Well nimmt der Betriebsleiter der Gutsverwaltung Winterbüren Bodenproben auf der Suche nach Nematoden (Fadenwürmern). Diese befallen die Zuckerrübe. Das Ergebnis der Proben bestimmt die nächste Rübensorte, eine möglichst resistente.

Auf 55 Hektar der insgesamt 500 Hektar bewirtschafteter Fläche hat Bouwman Rüben angepflanzt. Der Gutsbezirk ist damit der größte Anbauer in Stadt und Altkreis Kassel. Mit guten Erträgen in diesem Jahr. Bei 70 Tonnen pro Hektar liegen diese bisher, sagt der Betriebsleiter. Fünf Tonnen weniger seien es im Mittel der letzten Jahre gewesen.

Der Weltmarktpreis für Zucker sei aktuell hoch, „davon profitieren Unternehmen und auch Bauern“. Insgesamt 3100 Tonnen darf Winterbüren als Quote für Nahrungszucker an die Unternehmen Nord- und Südzucker liefern. Sämtliche Rüben der Gutsverwaltung werden in der Warburger Fabrik verarbeitet.

Jetzt zahle sich aus, „dass wir an dem Anbau der Zuckerrübe festgehalten haben“, sagt Bouwman. Mit der Zucker-Reform 2006 hätten viele Landwirte aufgegeben. Die Frage sei allerdings, wie der Anbau in der Region weitergehe. Denn eine neue Reform stehe 2015 an.

Zukunftsmusik. In dieses Saison startete die Ernte in Winterbüren Mitte Oktober. Inzwischen seien 60 Prozent der Rüben gerodet. „Die zweite Runde wird Anfang Dezember sein.“ Wann die Rüben an die Fabrik geliefert werden, koordinierte jener Lohnunternehmer mit der Verlademaus. Jenem Gerät, mit dem die Rüben auf die Lkw kommen und dabei gereinigt werden.

Je schonender dies geschehe und auch gerodet werde, desto besser die Erträge. Jede Verletzung, also offene Stelle einer Rübe berge die Gefahr von Fäulnis und somit Qualitätsverlust. Derzeit lagern die Früchte von einigen Hektar offen auf Halden. Ab Dezember müssen sie abgedeckt werden, Bouwman. Mit dem Ziel, „dass die Rübe im Haufen trocknet, damit beim Verladen die Erde abfällt“.

„Das Wetter hat in diesem Jahr gut gepasst“, sagt Rüdiger Nagel, Geschäftsführer des Verbandes der Zuckerrübenanbauer Kassel. Die Ernte falle besser aus als in den Vorjahren. In den beiden Zuckerfabriken in Warburg und Wabern (der letzten in Hessen), erwarte man einen durchschnittlichen Ertrag von 76 Tonnen pro Hektar, elf Tonnen mehr als in Vorjahren. Und auch der Zuckergehalt liege deutlich höher, nämlich bei 13 bis 14 Tonnen je Hektar oder 1,3 Kilogramm pro Quadratmeter. Dies sei 20 Prozent über dem langjährigen Mittel.

Südzucker habe angekündigt, alle Rüben anzunehmen, auch über die Quoten, also das Lieferrecht für Nahrungszucker hinaus, sagt Nagel. Mit dem Versprechen, diese Mengen in der industriellen Verwertung bestmöglich zu verwerten.

Von Michael Schräer

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