Baurechtliches Verfahren muss neu gestartet werden

Ruheforst bei Oberkaufungen: Erweiterung verzögert sich

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Große Nachfrage: 550 Urnen wurden bislang unter den Bäumen im Stiftswald bei Oberkaufungen bestattet. Das Ritterschaftliche Stift will die Fläche für den Ruheforst um knapp vier auf 13 Hektar erweitern.

Kaufungen. Die Erweiterung des Ruhesforsts im Stiftswald bei Oberkaufungen verzögert sich. Der Grund: Das baurechtliche Verfahren für die Ausweitung der naturnahen Bestattungsfläche auf gut 13 Hektar muss noch einmal neu gestartet werden.

Das Regierungspräsidium Kassel habe das vorgesehene beschleunigte Verfahren nicht akzeptiert, sagte Kaufungens Bauamtsleiter Jürgen Christmann am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Stattdessen müsse die Erweiterungsfläche entlang der Kohlenstraße nun so behandelt werden wie ein neues Vorhaben. Daher müssten für das zusätzliche Areal weitere Unterlagen vorgelegt werden, unter anderem ein Umweltbericht.

Konkret bedeutet dies, dass das Gemeindeparlament das Bebauungsplanverfahren noch einmal in Gang setzen muss. Dies werde voraussichtlich während der Oktober-Sitzung geschehen, sagte Christmann. Ende Januar 2014 hatte die Gemeindevertretung erstmals grünes Licht für die Pläne des Ritterschaftlichen Stifts gegeben, das den Ruheforst betreibt. Das Votum fiel einstimmig aus. Ab 24. April konnten die Pläne dann von jedermann eingesehen werden. Nach dem nun für den Herbst erwarteten Beschluss haben Bürger, Behörden und Umweltverbände erneut vier Wochen lang die Möglichkeit, Einwendungen zu erheben. Diese werden dann vom Parlament bewertet. Am Ende steht ein endgültiger Beschluss über die Erweiterung.

Unterdessen schreiten die Pläne für einen Ruh-Wald im Forst bei Staufenberg-Escherode voran. Wie berichtet, planen die Forstgenossenschaft Benterode und die Firma Ruh-Wald aus Hameln naturnahe Bestattungen in einem knapp acht Hektar großen Buchenwald.

Die Forstgenossenschaft will die Fläche mit rund 2.000 Bäumen für 99 Jahre an das Unternehmen verpachten. In dieser Zeit soll der Wald nicht bewirtschaftet werden. Nach Auskunft von Ruh-Wald sollen unter jedem der Bäume bis zu zehn biologisch abbaubare Urnen bestattet werden. Eine Entscheidung des Staufenberger Gemeinderates über die Pläne im Wald bei Escherode steht noch aus.

Beim Ritterschaftlichen Stift sieht man die mögliche Konkurrenz bei Escherode gelassen. „Wir waren uns im Klaren darüber, dass wir nicht die Einzigen bleiben werden“, so der für den Ruheforst zuständige Stiftsförster Carl Hellmold. Auch dass sich die Erweiterung des Ruheforsts verzögert, wirft das Stift nicht aus der Bahn. Hellmold: „Natürlich wollen wir möglichst bald erweitern. Wir stehen aber nicht vor dem Ausverkauf.“ Nach seinen Angaben wurden im Stiftswald bislang 550 Urnen bestattet. Die Erweiterungsfläche an der Kohlenstraße soll nach Angaben des Stiftsförsters sukzessive erschlossen werden.

www.ruheforst-kaufungen.de

Von Peter Ketteritzsch

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