Alternativer Bestattungsort im Stiftswald bei Oberkaufungen stößt an seine Grenzen

Ruheforst soll wachsen

Gut angenommen: Immer mehr Menschen entschieden sich für eine naturnahe Bestattung im Stiftswald. Der Ruheforst bei Oberkaufungen soll deshalb um knapp vier Hektar erweitert werden. Fotos: Stier

Kaufungen. Ziemlich genau vier Jahre nach der Eröffnung des Ruheforstes im Stiftswald bei Oberkaufungen stößt der etwa vier Hektar große Gräberwald an seine Kapazitätsgrenzen: Nach bisher rund 450 Bestattungen ist etwa die Hälfte der Grabstellen zu Füßen der Buchen und Eichen belegt.

Um den zahlreichen Interessenten, die sich schon jetzt den Bestattungsbaum für bis zu zwölf Familienmitglieder und Freunde reservieren wollen, Wahlmöglichkeiten zwischen dem gewünschten Ruhebaum zu ermöglichen, hat das Ritterschaftliche Stift bei der Gemeinde eine Erweiterung des Ruheforstes um weitere 3,9 Hektar beantragt.

Stiftswald-Förster Carl Hellmold erläuterte am Mittwoch im Bauausschuss die Pläne des Stiftes. Die Erweiterungsfläche soll sich danach nordöstlich der bisherigen Fläche anschließen. Dort, so Hellmold, gebe es einen sehr schönen Eichen- und Buchenbestand, der sich ideal als Ruheforst eigne, weil die oft noch relativ jungen Bäume in den nächsten 99 Jahren - dem üblichen Belegungszeitraum - sich in Ruhe zu stattlichen Vertretern ihrer Art entwickeln könnten.

Die Erfahrungen der vergangenen vier Jahre nämlich hätten gezeigt, dass die Menschen gar nicht an den imposanten - und damit auch teureren - Bäumen interessiert seien, sondern schlanke Stämme mit noch langer Lebenserwartung bevorzugten.

Auch die Nähe zur A 44, die sich dem Ruheforst bis auf wenige hundert Meter nähern könnte, spiele für die Interessierten an der alternativen Waldbestattung kaum eine Rolle. Viel wichtiger seien gute Erreichbarkeit der Gräberstätte mit dem Auto und der Ruhebäume auf gut begehbaren Wegen. Hellmold rechnet damit, dass nach einer Vergrößerung des Ruheforstes auf etwa zehn Hektar ausreichend Platz für das kommende Jahrzehnt ist. Der Förster: „Bis dahin sollte auch geklärt sein, wo die A 44 genau verläuft. Dann haben wir Planungssicherheit für die Zukunft.“ (tom) HINTERGRUND

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.