Ex-SPD-Abgeordnete sucht Anschluss an Fraktion – CDU und Grüne hätten dann die Mehrheit

Rumpf liebäugelt mit den Grünen

Antje Rumpf

Kaufungen. Vergangenen Sommer sorgte die SPD-Abgeordnete Antje Rumpf in der Kaufunger Kommunalpolitik für einen ersten Paukenschlag.

In der Endlos-Debatte über den Standort für einen neuen Lebensmittelmarkt in Oberkaufungen stellte sie sich gegen die SPD-Fraktion und machte so den Weg frei für den Bau eines Edeka-Supermarktes auf dem Riffer-Gelände. Jetzt zeichnet sich ein zweiter Paukenschlag der Frau aus Papierfabrik ab, die die SPD-Fraktion Mitte Mai verlassen hat. Sie wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Grünen wechseln.

Am vergangenen Freitag traf sich die 41-Jährige zu einem Gespräch mit der fünfköpfigen Fraktion. Das bestätigte Fraktionschef Jochen Lody gestern auf HNA-Anfrage. „Wir haben großes Interesse daran, dass Antje Rumpf in der Kommunalpolitik bleibt“, sagte Lody. Bei dem Wechsel geht es aber um viel mehr als darum, einer nunmehr fraktionslosen Gemeindevertreterin eine neue politische Heimat zu bieten.

Ein Wechsel zu den Grünen, den die parteilose Rumpf in Ruhe überlegen will, würde die Machtverhältnisse in Kaufungen verändern. Zusammen mit der CDU verfügten die dann auf sechs Mandate angewachsenen Grünen über 19 Sitze in der 37-köpfigen Gemeindevertretung und damit über die Mehrheit. Dass man diese Mehrheit auch nutzen würde, daran lässt Grünen-Fraktionschef Lody keinen Zweifel.

Nach dem Treffen mit Rumpf empfing die Fraktion in der Oberkaufunger „Stiftsschänke“ den CDU-Fraktionsvorsitzenden Erwin Schmidt. Beide Parteien hatten sich in den vergangenen Monaten immer mehr angenähert.

Läuft es nun auf eine schwarz-grüne Koalition in Kaufungen hinaus? Nein, sagt Lody. Er spricht von einer Zusammenarbeit auf Sachebene. Beiden Parteien gehe es vor allem darum, die Lösung der Haushaltsprobleme anzugehen. Die Sozialdemokraten seien eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Auch mit der SPD haben die Grünen noch einen Gesprächstermin. Im Juni wird man miteinander reden. SPD und Grüne kämen in der neuen Situation ebenfalls auf 19 Sitze - vorausgesetzt, der wegen Untreue verurteilte Ex-SPD-Fraktionschef Helmut Bring bleibt bei den Genossen. Über den Fall berät die Fraktion nach Auskunft ihres Vizechefs Karl Hellmich noch.

Von Peter Ketteritzsch

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