Runder Tisch zu A44 bei Kaufungen: Bürger sollen einbezogen werden

Kaufungen. Mehr als hundert Interessierte nahmen an einer Info-Veranstaltung des Runden Tischs A44 in Kaufungen teil. Dabei verdeutlichten Vertreter von Bürgerinitiativen, der Fraktionen im Gemeindeparlament, des BUND, des Kaufunger Stifts und der Gemeinde ihre Positionen.

Trotz unterschiedlicher Auffassungen in Einzelfragen ist ihr gemeinsamer Nenner die Ablehnung der A44 im Lossetal.

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„Die Gemeinde Kaufungen muss endlich in die Planung einbezogen werden“, sagte Karl Hellmich, der die Veranstaltung moderierte, gegenüber der HNA. Es sei „nicht sehr fair“, dass die Planung hinter verschlossenen Türen stattfinde. Seit dem Scheitern des ersten Planfeststellungsverfahrens 2006 seien Gemeinde und Bürger nicht informiert worden. „Wir warten jetzt auf die Planfeststellungsunterlagen“, sagte Hellmich. Der Runde Tisch werde aber weiter tagen.

Denn an den Problemen habe sich seit 2006 nichts geändert. Daher müssten auch die damals über 1000 Einwände von Bürgern im neuen Verfahren berücksichtigt werden, fordern die A44-Gegner im Lossetal.

Das sind aus Sicht des Runden Tischs die ungelösten Probleme:

• unzureichender Lärmschutz

• Beeinträchtigung der Wasserversorgung in Qualität und Menge

• wirtschaftliche Entwicklung: A44 verhindert neue Gewerbeflächen in Kaufungen

• Verschlechterung der Luftqualität

• mehr Zubringerverkehr durch Wegfall des Autobahnanschlusses Papierfabrik

• Rückbau B7: bei Sperrung der A44 nach Unfällen wird der gesamte Umleitungsverkehr durch Kaufungen geführt

• Lossewiesen mit Biotopcharakter werden zerstört

• Stiftswald: größere Flächen sind nicht mehr nutzbar, um Bechsteinfledermaus nicht zu gefährden.

Der Runde Tisch fordert eine faire Auseinandersetzung der Behörden mit den Bürgern. Die Veröffentlichung etwa der Luftgutachten im Vorfeld wäre ein Schritt in die richtige Richtung, heißt es. Außerdem dürfe die Auslegung der neuen Pläne nicht während der Sommerferien erfolgen.

Grünbrücke wird geprüft

Der A44-Abschnitt Kaufungen-Helsa (Verkehrskosteneinheit VKE 11) befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Zurzeit werden die detaillierten Planunterlagen vom Bundesverkehrsministerium geprüft.

Dabei will der Bund vor allem auch die zwischen Kaufungen und Helsa vorgesehene Grünbrücke auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüfen.

Die Gemeinde Kaufungen hat verschiedentlich gefordert, über die detaillierte Planung informiert zu werden, bisher vergeblich. Die Landesregierung hat in Aussicht gestellt, dass die Planung im Sommer vorgestellt wird. (hog)

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